Neue Rakete und eigene Raumstation

Chinas ehrgeizige Weltraumpläne

China gehört nicht zu den Betreibern der Raumstation ISS, nicht zuletzt wegen Widerständen aus den USA. Deshalb plant das Land eine eigene Raumstation – und hat auch noch andere ehrgeizige Weltraumpläne.
2012 gelang China das erste Andockmanöver im All - wichtige Voraussetzung für den Aufbau einer eigenen Raumstation. Quelle: dapd
Andockmanöver im All

2012 gelang China das erste Andockmanöver im All - wichtige Voraussetzung für den Aufbau einer eigenen Raumstation.

(Foto: dapd)

PekingChina will in zwei Jahren mit dem Aufbau seiner ersten Raumstation beginnen. Das Kernmodul „Tianhe-1“ (Himmlische Harmonie) soll 2018 mit einer neuen, leistungsstärkeren Trägerrakete vom Typ „Langer Marsch 5“ ins All geschossen werden. Wie ein Sprecher des Raumfahrtprogramms der Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, werden zwei Labormodule folgen.

Abgeschlossen soll der Bau der Raumstation bis 2022 sein – das wäre zwei Jahre später als ursprünglich geplant. Hintergrund für die Verzögerung sind Probleme bei der Entwicklung neuer, leistungsstärkerer Raketen.

Aufstrebende Weltraumnationen
HAYABUSA PROBE
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Japan

Die Anfänge der japanischen Weltraumforschung reichen zurück bis in die 1960er Jahre. Standen zunächst vor allem Projekte zur Grundlagenforschung – etwa im Bereich der Röntgenastronomie – im Mittelpunkt des Interesses, so ist Japan inzwischen auch mit eigenen Trägersystemen, zahlreichen Satelliten im All sowie ehrgeizigen Raumsonden-Projekten zu einer wichtigen Raumfahrtnation geworden.

Seit Oktober 2003 koordiniert die japanische Raumfahrtagentur Jaxa – ein Zusammenschluss aus drei bis dahin unabhängigen Instituten – Japans Aktivitäten im All. Zu den spektakulärsten Jaxa-Missionen zählte die Sonde Hayabusa (Bild), die 2010 Staubpartikel eines Asteroiden zur Erde brachte. Für die Zukunft plant die Jaxa unter anderem die Errichtung einer Roboter-Basis auf dem Mond.

Indien startet erste unbemannte MondmissionMondmission
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Indien

Seit 1969 verfügt Indien mit der Indian Space Research Organisation über eine eigene Weltraumagentur. Wurde der erste indische Satellit 1975 noch mit einer sowjetischen Rakete ins All gebracht, so besitzt das Land inzwischen eigene Trägersysteme für den Transport von Nutzlast in den erdnahen Weltraum.

Größter Erfolg des indischen Raumfahrtprogramms war der Start der eigenen Mondsonde Chandrayaan-1 im Oktober 2008 (Bild). Für 2013 ist die Nachfolgemission Chandrayaan-2 geplant.

Raketen-Explosion in BrasilienRaketenstart
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Brasilien

Seit 1961 erkundet Brasilien mit der INPE (Instituto Nacional de Pesquisas Espaciais = Nationales Institut für Weltraumforschung) das All. Neben die eher forschungsorientierte Behörde trat 1994 die Agencia Espacial Brasileira zur Koordinierung der Raumfahrtaktivitäten des Landes. Ein Jahr zuvor hatte eine US-Rakete den ersten brasilianischen Satelliten ins All befördert.

Die Entwicklung eines eigenen brasilianischen Trägersystems stand bislang unter keinem guten Stern. Am 22. August 2003 explodierte eine Rakete des Typs VLS-1 an ihrem Startplatz auf der Luftwaffenbasis Alcantara im Norden des Landes. 21 Menschen kamen dabei ums Leben, die Katastrophe warf das brasilianische Raumfahrtprogramm um Jahre zurück. Nach derzeitigem Planungsstand ist frühestens 2013 mit einem neuen Teststart zu rechnen.

Rakete vom Weltraumbahnhof Naro in Südkorea gestartetRakete Südkorea
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Südkorea

Dem Ziel, Südkorea bis 2015 zu einer führenden Weltraumnation aufsteigen zu lassen, hat sich das 1989 gegründete Kari (Korea Aerospace Research Institute) verschrieben. Neben erfolgreichen Satellitenstarts (unter anderem Arirang-1 im Jahr 1999) kann das Land inzwischen auch auf den ersten Start eines eigenen Trägersystems zurückblicken: Am 25. August 2009 hob die erste Rakete des Typs Naro-1 vom Naro Space Center im südkoreanischen Goheung ab (Bild).

Zur Verwirklichung seiner ehrgeizigen Raumfahrtpläne setzt Südkorea auf eine enge Zusammenarbeit mit Russland. So basiert die Naro-Rakete in wesentlichen Teilen auf dem russischen Angara-System. Den guten Weltraum-Beziehungen beider Länder verdankte die koreanische Astronautin Yi So-yeon auch ihren Platz in einem Sojus-Raumschiff, das sie 2008 als erste Südkoreanierin ins All brachte.

The Safir (ambassador) satellite-carrier rocket is seen before launch at Iran's space centre in Tehran
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Iran

2004 nahm die iranische Weltraumagentur ihre Arbeit auf. Ein Jahr später brachte eine russische Kosmos-3-Rakete den ersten iranischen Satelliten ins All. Inzwischen verfügt das Land mit der "Safir" über ein eigenes Trägersystem zum Transport von Satelliten. Für die Zukunft sind auch bemannte Missionen geplant, spätestens 2019 soll die erste verwirklicht werden.

Shavit
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Israel

Mit der Etablierung einer eigenen Weltraumbehörde bekundete Israel 1983 seinen Willen, dem Club der Weltraumnationen beizutreten. 1988 war es soweit: Mit Ofeq-1 startete der erste israelische Satellit zu seiner Reise ins All. Inzwischen verfügt das Land mit der Shavit-Rakete über ein zuverlässiges System zum Transport von Satelliten in den erdnahen Weltraum.

Die neue Raumstation soll laut Experten eine Lebensdauer von zehn Jahren haben. Mit allen Modulen und einem angekoppelten Raumschiff dürfte sie ein Gewicht von 90 Tonnen erreichen. Sie soll über zwei Roboterarme verfügen, von denen einer 25 Tonnen bewegen kann. Maximal drei Raumfahrer sollen gleichzeitig in der Raumstation leben können, die allerdings nicht ständig bemannt sein wird.

Sollte die Internationale Raumstation ISS wie vorgesehen 2024 ihren Dienst einstellen, wäre China dann die einzige Nation mit einem permanenten Außenposten im All. China gehört nicht zu den Ländern, die sich am Bau und Betrieb der ISS beteiligen – unter anderem, weil die USA in Raumfahrtangelegenheiten nicht mit China zusammenarbeiten. So wurde der US-Weltraumbehörde Nasa 2011 eine Kooperation mit China vom US-Kongress strikt untersagt.

Vor diesem Hintergrund verfolgt China ein ehrgeiziges eigenes Raumfahrtprogramm, das nicht nur den Aufbau einer ständigen Raumstation und eines Raumteleskops, sondern auch Missionen zum Mond und Mars als Ziele hat. So plant China im dritten Quartal dieses Jahres den Start eines neuen, zweiten Raumlabors „Tiangong-2“ (Himmelspalast) und einen weiteren Raumflug mit zwei Astronauten, die daran andocken sollen. Im nächsten Jahr soll zudem das erste chinesische Frachtschiff „Tianzhou-1“ (Himmelsschiff) an „Tiangong-2“ ankoppeln und wichtige Systeme testen, wie Xinhua berichtete.

Eigenes Weltraumteleskop und ein Flug zum Mars
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