Forschung + Innovation
Neue Stammzellen-Technologien überzeugen etliche Klon-Gegner

Zwei neue Verfahren, die embryonale Stammzellen ohne Zerstörung lebensfähiger Embryonen produzieren, sind in den USA auf ein überwiegend positives Echo gestoßen. Sie waren am Montag online vom Fachmagazin „Nature“ (doi:10.1 038/nature04305) vorgestellt worden.

dpa NEW YORK. Zwei neue Verfahren, die embryonale Stammzellen ohne Zerstörung lebensfähiger Embryonen produzieren, sind in den USA auf ein überwiegend positives Echo gestoßen. Sie waren am Montag online vom Fachmagazin „Nature“ (doi:10.1 038/nature04305) vorgestellt worden.

Die neuen Arbeiten „beweisen, dass tatsächlich voll funktionsfähige embryonale Stammzellen von (Zell-) Einheiten gewonnen werden können, die keine natürlichen normalen Embryos sind“, sagte der Stanford-Professor William Hurlbut, der US-Präsident George W. Bush in bioethischen Fragen berät der „Washington Post“.

Diese Arbeiten „umgehen alle ethische Einwände, außer vielleicht denen einer kleinen Minderheit in der Pro-Life-Gemeinde, die selbst die künstliche Befruchtung ablehnen“, erklärte der republikanische Kongressabgeordnete Roscoe Bartlett (Maryland) der „New York Times“. Bartlett bekennt sich auf seiner Website als Pro-Life-Vertreter. Die Bewegung ist vor allem durch ihre Haltung gegen Abtreibungen bekannt.

Die neuen Technologien bieten Alternativen zum therapeutischen Klonen, mit dem Ärzte maßgeschneiderte Ersatzgewebe für schwer kranke Patienten produzieren wollen. In Deutschland, Italien, den USA und etlichen anderen Ländern ist das therapeutische Klonen aus ethischen Bedenken entweder nur begrenzt oder gar nicht erlaubt.

Eines der beiden Verfahren schaltet das Gen Cdx2 aus und macht Embryos damit lebensunfähig. Das zweite Verfahren Lanza entnimmt dem Embryo im allerfrühesten Stadium eine seiner dann erst acht Zellen. Aus dieser Zelle gewinnt das US-Team über Umwege mehrere embryonale Stammzelllinien. Der Embryo selbst bleibt unbeschadet und kann sich nach einer Implantation normal weiter entwickeln. Die Entnahme einer einzelnen Zelle im frühesten Stadium eines Embryos wird seit etwa zehn Jahren in Fruchtbarkeitskliniken zur genetischen Diagnose des Ungeborenen praktiziert.

Zu dem zweiten Ansatz sagte der katholische Stammzellforscher Hurlbut: „Ich finde ihn weitaus weniger bedenklich als die Zerstörung eines Embryos“. Dagegen lehnt die Konferenz amerikanischer Bischöfe das neue Verfahren ebenso ab wie die genetische Untersuchung eines Embryos. Die Gen-Analyse „dient vor allem dem Zweck, nicht perfekte Embryonen zu finden und zu zerstören. Sie stellt nicht überschaubare Risiken für die Gesundheit jener Embryonen dar, die sich weiter zu einem Kind entwickeln dürfen“, begründete der stellvertretende Direktor der Bischofskonferenz, Richard Doerflinger, in einer E-Mail an die „New York Times“.

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