Neue Studie: Langfinger sind erfolgreicher an der Börse

Neue Studie
Langfinger sind erfolgreicher an der Börse

Die Weichen für Erfolg an der Börse werden schon im Mutterleib gestellt. Denn dort entscheidet sich unter anderem, wie lang die Ringfinger des künftigen Aktienhändlers werden – ein wichtiger Erfolgsfaktor, wie britische Wissenschaftler festgestellt haben.
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ap WASHINGTON. Banken und Brokerhäuser sollten sich bei Vorstellungsgesprächen die Ringfinger ihrer Bewerber etwas genauer anschauen. Denn die Länge dieses Fingers lässt zumindest bei Männern Rückschlüsse auf den Erfolg im Geschäft zu. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Universität von Cambridge. Die Fingerlänge könne einen ähnlich großen Einfluss auf den Erfolg haben wie jahrelange Erfahrung, schreibt ein Forscherteam um den Physiologen John Coates in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“.

Die Studie ist nicht die erste, die vom Größenverhältnis zwischen Ring- und Zeigefinger auf Erfolg in bestimmten Lebensbereichen rückschließt. In früheren Arbeiten konnten bereits Erkenntnisse über Erfolg in Sportarten wie Fußball oder Basketball gezogen werden. Die Länge der Finger bildet sich bereits im Mutterleib heraus. Der Ringfinger wird länger, wenn der Fötus unter einem größeren Einfluss des Hormons Androgen steht, wie die Forscher berichten. Frühere Studien stellten fest, dass Androgen Einfluss auf Selbstsicherheit, Risikoeinschätzung, Hartnäckigkeit, Wachsamkeit und Reaktionszeit haben kann.

Für die aktuelle Studie untersuchten die Forscher die rechten Hände von 44 Aktienhändlern, die schnell entscheiden müssen. Die Männer mit langen Ringfingern verdienten in einem Zeitraum von 20 Monaten elf Mal so viel Geld wie die Kollegen mit den kürzesten Ringfingern.

Im selben Zeitraum machten die erfahrensten Händler neun Mal so viel Profit wie Anfänger. Betrachtet man nur die erfahrenen Händler, verdienten diejenigen mit langen Ringfingern fünf Mal so viel Geld wie die die mit kurzen.

Die Forscher warnten allerdings vor voreiligen Schlüssen: Zwar gibt es offenbar einen Zusammenhang zwischen der Fingerlänge und risikoreichen Tätigkeiten, die schnelle Reaktionen verlangen. Doch dies sagt noch nichts über andere Begabungen aus, etwa den Umgang mit Kunden und Kollegen. Die „Langfinger“ könnten sogar unterlegen sein, wenn zum Beispiel eine analytische und langfristige Strategie gefragt ist.

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