Forschung + Innovation
Neue Tinnitus-Therapie mit Magnetfeldern denkbar

Von ständigem Ohrenpfeifen geplagte Menschen können nach Expertenmeinung auf die Entwicklung von Therapien mittels magnetischer Hirnstimulation hoffen. „Forscher haben herausgefunden, dass bei Tinnitus-Patienten bestimmte Areale des Gehirns überaktiv sind.“

dpa TüBINGEN. Von ständigem Ohrenpfeifen geplagte Menschen können nach Expertenmeinung auf die Entwicklung von Therapien mittels magnetischer Hirnstimulation hoffen. „Forscher haben herausgefunden, dass bei Tinnitus-Patienten bestimmte Areale des Gehirns überaktiv sind.“

Das sagte der Tübinger Psychiater Christian Plewnia in einem dpa-Gespräch. Wenn man diese Hirnregionen mit starken Magnetfeldern stimuliere, könnten die Nervenzellen nicht mehr richtig arbeiten. „Dadurch lässt sich der Tinnitus vorübergehend unterdrücken.“ Der Ansatz zur Entwicklung neuartiger Tinnitus-Therapien ist eines der Themen auf der Tagung der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie von diesen Freitag an in Tübingen.

In Testreihen gelang es den Tübinger Forschern, je nach Dauer der Magnetstimulation den Tinnitus zwischen einigen Sekunden und einer halben Stunde abzuschwächen. „Bei einer täglichen Stimulation lässt sich das Ohrenpfeifen zwar zum Teil länger anhaltend, aber leider noch nicht im gewünschten Maße reduzieren“, sagte Plewnia. Er hoffe auf eine Kombination von Magnetstimulation mit Medikamentengabe und Verhaltenstherapie. Eine konkrete Therapie sei aber noch nicht in Sicht.

Jeder vierte Deutsche hat nach Angaben der Deutschen Tinnitus-Liga schon einmal unter störenden Ohrgeräuschen gelitten. Bei drei Millionen Menschen in Deutschland ist der Tinnitus chronisch. Die Hälfte davon leidet infolge des ständigen Pfeifens etwa unter Schlafstörungen, Depressionen und Konzentrationsschwierigkeiten. Auf Grund der zunehmenden Lärm- und Stressbelastung steigt die Zahl der Neuerkrankungen, die derzeit rund 300 000 im Jahr beträgt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%