Neue Transponder erreichen 25-fache Schreibgeschwindigkeit
Infineon bringt schnellere Funkchips auf den Markt

Mit neuartigen Funk-Chips in RFID-Technik (steht für Radio Frequency Identification), die mit hoher Geschwindigkeit gelesen und beschrieben werden können, will Infineon Technologies verlorenes Terrain wettmachen. Die jetzt vorgestellten Chips bieten etwa die 25-fache Lese- und Schreibgeschwindigkeit gegenüber bisherigen RFID-Technologien, die auf der in Europa zugelassenen Funkfrequenz von 13,56 Megahertz arbeiten.

hsn DÜSSELDORF. Die für den Logistikeinsatz optimierte Technik sei in der Lage, in weniger als einer Sekunde bis zu 500 elektronische Labels sicher zu erkennen, zu lesen und zu beschreiben, berichtet der Halbleiterhersteller. Neuere Entwicklungen zu dieser Technik, die sich für die berührungslose elektronische Identifizierung von schnell bewegten Objekten eignen, kamen bislang eher von Hitachi oder Philips als von dem Münchener Unternehmen. Der deutsche Halbleiter-Hersteller hat die Chips zusammen mit dem australischen Unternehmen Magellan Technology auf Basis von Magellans PJM-Technologie entwickelt.

Selbst mit Geschwindigkeiten von Transportbändern, die etwa mit 15 Kilometern pro Stunde (4 Meter pro Sekunde) bewegt werden, kämen die neuen Chips zurecht. Bei bisheriger RFID-Technik liegt die Erkennungsleistung bei 30 elektronischen Labels in der Sekunde oder bei einer Geschwindigkeit von einem halben Meter pro Sekunde.

Die hohe Lesegeschwindigkeit werde durch ständiges Umschalten zwischen acht verschiedenen Funkkanälen erreicht. Die Technik sorge für sichere Identifikation auch bei Massendurchsatz. Bisher mussten elektronische Etiketten zum Auslesen möglichst einzeln wenige Zehntelsekunden vor ein Lesegerät gehalten werden, ähnlich wie bei Konsumgütern die Etiketten vor einen Barcode-Scanner.

Die berührungslose Identifikation gilt als Schlüsseltechnik zur Optimierung von industriellen Prozessen in Fertigung und Logistik. Einzelne Werkstücke in einem Produktions- oder Vertriebsprozess werden dazu mit RFID-Chips wie mit einem Etikett versehen. Darauf sind alle wichtigen Informationen gespeichert. Nach Aktivierung durch ein Lesegerät werden sie berührungslos per Funk gelesen, um weitere Produktionsschritte zu steuern, aber auch um Herkunft, Bearbeitungsstatus von Einzelteilen und Produkten oder zum Beispiel eine Verpackungseinheit auf Vollständigkeit zu prüfen.

Die elektronische Identifikation spielt eine erhebliche wirtschaftliche Rolle angesichts des zunehmenden Trends in der Industrie, möglichst individualisierte Produkte herzustellen und dabei Kapitalkosten durch rationelle Lagerhaltung und intelligente Logistik einzusparen. Industrielle Anwendungen in Logistik und Produktion gelten daher als stärkster Wachstumssektor im Markt der RIFD-Chips. Bereits 2007 sollen sie nach Angaben der Marktforscher von Allied Biz Intelligence mit einem weltweiten Umsatz von 1,1 Milliarden Euro mehr als 50 Prozent des gesamten RFID-Transponder-Marktes ausmachen.

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