Neue Vorwürfe: Klonforscher Hwang nötigte Mitarbeiterin zur Eizellspende

Neue Vorwürfe
Klonforscher Hwang nötigte Mitarbeiterin zur Eizellspende

Ein neuer Skandal umringt den diskreditierten südkoreanischen Klonforscher Hwang Woo Suk: Er soll Medienberichten zufolge eine Mitarbeiterin zur Eizellspende für seine Forschung genötigt haben.

HB SEOUL. Die neuen Vorwürfe wurden wenige Tage vor der geplanten Veröffentlichung des Abschlussberichts einer Untersuchungskommission der Seouler Nationaluniversität zu dem Skandal um Hwang bekannt, berichtete der Fernsehsender MBC. Eine Mitarbeiterin Hwangs sagte demnach, sie habe sich gezwungen gefühlt, einem schmerzhaften Eingriff zuzustimmen, um Eizellen zu spenden.

Ansonsten werde ihr Name nicht unter einer im Jahr 2004 veröffentlichten Forschungsstudie über geklonte Stammzellen erscheinen, habe Hwang gesagt. In einer dem Sender vorliegenden E- Mail wurde sie mit den Worten zitiert: „Ich hoffe, ich kann mir selbst vergeben, dass ich mich dem Professor nicht widersetzt habe.“

Hwang war bereits im November wegen Kritik an der Beschaffung von umstrittenen Eizellspenden von allen öffentlichen Ämtern zurückgetreten. Er hatte zwar zugegeben, entgegen internationalen Ethikstandards Eizellen von Mitarbeiterinnen für seine Forschung genutzt und darüber gelogen zu haben. Die Spenden seien jedoch freiwillig und zunächst ohne sein Wissen erfolgt.

Nach den Recherchen von MBC nutzte Hwang für seine Forschungsarbeiten 2004 und 2005, über die der Tiermediziner im US- Fachjournal „Science“ berichtete, statt wie behauptet 427 insgesamt etwa 1600 und somit fast vier Mal so viele Eizellen. Hwang und seinem Team war es 2004 nach eigenen Angaben weltweit erstmals gelungen, einen menschlichen Embryo zu klonen und davon Stammzellen zu isolieren.

Eine Untersuchungskommission war im vergangenen Monat zu dem Ergebnis gekommen, dass Hwangs Abhandlung von 2005 über die Schaffung geklonter, maßgeschneiderter Stammzellen mit dem Erbgut kranker Menschen komplett gefälscht wurde. Hwang hatte außerdem behauptet, für dieses Experiment 185 Eizellen verwendet zu haben. Trotz der Manipulationsvorwürfe blieb der Tiermediziner dabei, über die Technik zum Klonen patientenspezifischer Stammzellen zu verfügen. Die Stammzellen-Forscher hoffen, solche Zellen in Zukunft in verschiedene Gewebe verwandeln zu können, um damit zerstörte Organe zu ersetzen.

Zurzeit überprüft der Ausschuss der Seouler Universität auch die Arbeit von 2004 auf ihre Echtheit. Ihren Abschlussbericht will die Kommission in der nächsten Woche vorlegen.

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