Neuer Raumantrieb
Segeln im Sonnenlicht

Mit Sonnenlicht durchs Weltall segeln - diesem Traum will die Nasa am Dienstag einen Schritt näher kommen. NanoSail-D heißt der Satellit, der mit einer neuen Antriebstechnik durchs All manövrieren soll. Ein Konzept, das Science-Fiction-Fans ins Schwärmen bringt - aber auch handfeste technologische Vorteile bietet.

­dpa HUNTSVILLE. Raumfahrt-Romantiker könnten ins Schwärmen geraten, doch bei näherer Betrachtung entpuppt sich die Mission als knallharte Wissenschaft: Wenn der kleine Sonnensegler „NanoSail-D“ der US-Raumfahrtbehörde Nasa an diesem Dienstag seine Reise in den Orbit antritt, geht es um nicht weniger als den Test alternativer Raumantriebe. „Es ist das erste Mal, dass die Nasa ein Sonnensegel für Nano-Satelliten herstellt. Das war eine ziemliche Herausforderung“, sagt Projektleiter Edward Montgomery.

Die Funktionsweise des künstlichen Erdtrabanten beruht auf einer Idee, die bereits den Astronomen Johannes Kepler im 17. Jahrhundert umtrieb: Ließe sich die Lichtenergie des Fixsterns nicht auch nutzen, um Objekte durch den Kosmos zu bugsieren?

Sobald „Nano-Sail-D“ auf seiner stationären Umlaufbahn angekommen ist, wird ein filigranes, etwa neun Quadratmeter großes Sonnensegel aus Spezialkunststoffen entfaltet. Dessen hauchdünne Fläche soll den Strahlungsdruck des einprasselnden Stroms von Lichtteilchen (Photonen) der Sonne einfangen und damit das rund vier Kilogramm leichte Hauptmodul von der Größe eines Brotlaibs ausrichten und manövrieren.

Einen anderen Antrieb hat der Satellit nicht. Verläuft der Test zufriedenstellend, dann könnten schon bald die ersten Satelliten mit Licht- statt Raketenkraft durchs All schippern. Kosmische Segeltörns wären nicht länger nur Seemannsgarn für Science- Fiction-Fans.

Zwei Vorläufer von „NanoSail-D“ sind allerdings an technischen Schwierigkeiten gescheitert. So löste sich 2001 eine von der gemeinnützigen Vereinigung „Planetary Society“ gesponserte Solarsonde nicht von der Endstufe. Und im Juni 2005 blieb die Kapsel „Cosmos 1“ nach dem Abschuss von einem russischen U-Boot verschollen.

Die bisher einzige erfolgreiche Probeexpedition mit ähnlichem Ablauf gelang Forschern aus Japan. Im August 2004 setzte die Raumfahrtagentur Jaxa ein solargetriebenes Vehikel aus ­- allerdings nur mit einer Höhenforschungsrakete, die nicht bis ins All vordrang.

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