Neues Luftfahrzeug
Aeros erfindet den Zeppelin neu

Immer wieder gab es nach der Zerstörung des deutschen Zeppelin „Hindenburg“ Initiativen zum Bau großer Luftschiffe. Bisher sind sie ausnahmslos gescheitert. Nun startet die Worldwide Aeros Corporation einen neuen Versuch. Ein erstes Luftfahrzeug ist bereits im Bau. Ein Erfolgsprojekt? Aeros ist optimistisch.

DÜSSELDORF. Die amerikanische Worldwide Aeros Corporation hat den Beginn eines neuen Luftschiff-Programms verkündet. Die Firma aus Montebello in Kalifornien will eine neue Art von Luftfahrzeug bauen. Die sogenannten Aeroscrafts sollen ein Zwitter aus Luftschiff und Flugzeug werden. Sie ähneln in der Form einem Wal und besitzen eine starre, sehr leichte Außenhülle aus Kohlefaser- und anderen Verbundwerkstoffen. Dabei sind sie – anders als die alten Zeppeline – nicht leichter als Luft und bekommen im Streckenflug 30 Prozent ihres Auftriebs allein durch ihre aerodynamische Form. Für die restlichen 70 Prozent sorgt ihr unbrennbares Traggas Helium.

Nach der Zerstörung des deutschen Zeppelin „Hindenburg“ vor nunmehr 70 Jahren, der durch Entzündung des tragenden Wasserstoffs in einen Feuerball verwandelt wurde, hat es immer wieder Initiativen zum Bau neuer, sehr großer Luftschiffe gegeben – speziell für den Transport sehr sperriger und schwerer Güter. Doch bislang scheiterten all diese Projekte ausnahmslos. Der bislang letzte Versuch dieser Art war der gewaltige Cargolifter CL160, der Nähe von Berlin gebaut werden sollte. Nach Erfolg versprechendem Anfang scheiterte das Projekt 2002 an der Finanzierung. Nur etwa die Hälfte der Entwicklungs-Kosten in Höhe von 1,2 Mrd. Mark (nicht Euro) konnten aufgebracht werden.

Das soll bei dem Projekt von Aeros nicht passieren. Die Firma hat für den Bau der Aeroscrafts von der Forschungsorganisation der amerikanischen Streitkräfte Darpa (Defense Research Advanced Projects Agency) eine Anschubfinanzierung von 3,2 Mill. Dollar erhalten. Das erste Luftschiff, das 64 Meter lange „ML866“, ist bereits im Bau. Es soll als Prototyp für sehr viel größere Luftfahrzeuge dienen.

Aeros will als erstes einen der größten Nachteile der bisherigen Luftschifffahrt ausräumen. Die alten Zeppeline konnten die gewünschte Flughöhe nur durch den Abwurf von Ballast (Steigen) oder das Ablassen von Traggas, also Wasserstoff oder Helium, (Sinken) regulieren. Damit soll jetzt Schluss sein. Das ML866 wird kein wertvolles Helium mehr ablassen und keinen nutzlosen Ballast mehr mitschleppen müssen. Stattdessen soll das Traggas an Bord komprimiert werden, was laut Aeros je nach Veränderung einer Gewichtszunahme um bis zu 2 300 Kilogramm entspricht.

Für den Start wird das komprimierte Helium wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt, das Luftschiff wird wieder flugfähig. Auf diese Weise sollen senkrechte Starts und Landungen möglich werden, die das neue Luftfahrzeug – ähnlich einem Hubschrauber – von Flugplätzen unabhängig machen. Bisher konnte Aeros die Helium-Komprimierung nur am Erdboden durchführen. Noch in diesem Jahr soll sie erstmals in einem kleinen Prall-Luftschiff, einem Aeros 40D, im Flug erprobt werden, ehe sie dann später im ML866 zur Anwendung kommt.

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