Neues Material verhindert bei Bränden den Ausfall von Aufzügen oder Computern
Plastik verwandelt sich bei Hitze in Keramik und schützt Stromleitungen

Wissenschaftler der Monash University in Melbourne haben zusammen mit weiteren australischen Forscherkollegen ein Isoliermaterial entwickelt, das sich von Plastik in Keramik verwandelt und so elektrische Leitungen vor Feuer schützen kann. Das keramisierbare Polymer, das sich bei normalen Temperaturen wie eine Plastikart verhält, nimmt bei hohen Temperaturen, wie sie bei einem Brand auftreten, die Eigenschaften einer harten Keramikart an.

HB DÜSSELDORF. Elektrische Leitungen können so vor Feuer geschützt und Elektrosysteme auch während eines Brandes funktionstüchtig gehalten werden.

Bei herkömmlichen Elektrokabeln bricht die Plastikisolierung, die den Kupferleiter ummantelt, bei extremer Hitze zusammen, was zu Kabelschrumpfung und zum Ausfall des dazugehörigen Elektrosystems führt. Mit den schützenden Eigenschaften des keramisierbaren Polymers hingegen könnten elektrische Vorrichtungen, wie Schiebetüren, Aufzüge, Computer und Notfallausrüstung, demnächst auch unter Extrembedingungen weiterbetrieben werden.

Die mit dem neuen Material versehenen Kabel haben sich bereits in zahlreichen Tests bei Temperaturen bis 1 050 Grad Celsius bewährt. Kunststoffe, die bei herkömmlichen Kabeln verwendet werden, halten diesen Temperaturen nicht einmal zehn Minuten lang stand. Bei der Keramik hingegen bestand die Isolierung auch nach mehr als zwei Stunden fort.

Künftige Weiter- und Neuentwicklungen aus Keramik sind bereits geplant und könnten Anwendung im Bereich des Brandschutzes von Häusern und Fahrzeugen finden. Die australischen Forscher berichten, dass sie bereits an einem Schaum arbeiten, dessen Einsatz bei der Isolierung von Wänden, Decken, Fensterbänken und Türrahmen künftig die Ausbreitung von Flammen bei einem Brand verhindern soll.

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