Neues Mikroskop schaut in lebende Zellen Blick in den Nanokosmos

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So verspricht das Sted-Mikroskop grundlegend neue Erkenntnisse in der Krebsforschung. „Wir können erstmals das Regelwerk der Zelle live beobachten und sehen, wann, was, wo passiert oder sogar aus dem Ruder läuft.“ Vorteil für die Medikamentenentwicklung: Die Forscher können sehen, wie ein Medikament in der Zelle wirkt. Dies könnte Tierversuche erübrigen, Nebenwirkungen reduzieren und die Entwicklungszeit enorm verkürzen.

Doch nicht nur die Pharmaforschung soll von der neuen Technik profitieren. Die Herstellung kleinster elektronischer Schaltkreise erfordert immer kürzere Wellenlängen – in Zukunft sogar von Röntgenlicht. Weil Röntgenlicht aber sehr schwierig zu bündeln ist, ist die Entwicklung entsprechender Techniken sehr teuer. „Wir haben gezeigt, dass man mit unserem Verfahren Strukturen von 60 Nanometern und sicherlich auch darunter darstellen kann, wenn man sie entsprechend fluoreszenz markiert“, sagt Hell. Damit könnte seine Technik oder ein verwandtes Verfahren auch die Chipherstellung beschleunigen oder verbilligen. Die Herstellung von Nanostrukturen ist ein Milliardenmarkt.

Das Optikunternehmen Leica Microsystems hat 2002 das Sted-Mikroskop lizenziert. „Damals steckte die Technik noch in den Kinderschuhen“, sagt Volker Seyfried, Leiter Forschung und Entwicklung bei dem Mikroskop-Spezialisten. Hell sei der einzige gewesen, der das selbst gebaute Gerät bedienen konnte. Inzwischen ist das höchst auflösende Mikroskop der Welt so weit entwickelt, dass es im nächsten Jahr auf den Markt kommen kann. Es wird je nach Ausstattung zwischen 800 000 und einer Million Euro kosten. Kunden sind Forschungsinstitute auf der ganzen Welt.

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