Neues Sicherheitssystem
Webcam scannt Nutzer bei der PC-Anmeldung

Das mühselige Lernen von mehr oder minder sicheren Passwörtern für Computeranwendungen könnte bald durch den Blick in eine Webcam abgelöst werden. Die Firma Bioscrypt hat jetzt eine Kamera präsentiert, die das Gesicht mit Infrarot und ohne Berührung erkennt. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig.

mx DÜSSELDORF. Das kanadische Unternehmen Bioscrypt hat eine PC-Kamera vorgestellt, die für eine biometrische Zugangskontrolle zum eigenen Computer verwendet werden kann. Um Zugang zum Computer oder Programmen zu bekommen, müssen Nutzer sich einem dreidimensionalen Gesichtsscan unterziehen. Die 3-D-Kamera für den Schreibtisch nutzt zusätzlich zur normalen Linse Infrarotlicht und überprüft insgesamt 40 000 Identifikationspunkte im Gesicht, sagt Unternehmens-Chef Robert Williams.

Mit dem berührungslosen System könnte die Authentifizierung über Passwörter, einen Scan der Iris oder Fingerprintscanner ersetzt werden. Der Nutzer könne sich automatisch im Netzwerk, auf seinem Arbeitsplatz oder bei Web-Anwendungen anmelden. Beim Login überprüft die Kamera mit Hilfe einer hinterlegten Software, ob tausende gescannte Bildpunkte im Gesicht – hauptsächlich auf der Stirn, den Augenhöhlen und der Nase – mit zuvor registrierten Gesichtern übereinstimmen.

Die Kamera habe bereits Tests mit eineiigen Zwillingen erfolgreich absolviert, berichtet Ryan Zlockie, verantwortlicher Produktmanager bei Bioscrypt. Selbst von Gesichtsbehaarung lasse sich das Authentifizierungssystem nicht stören. Man könne sich beispielsweise mit Bart registrieren, ihn nachher abrasieren und bekomme dennoch Zugang zu seinem System, so Zlockie. Neben der Zugangskontrolle bietet die Kamera auch die Möglichkeit, einem Avatar für Online-Rollenspiele das eigene Aussehen zu verpassen.

Die Kamera ist 7,5 Zentimeter groß und hat die Form einer herkömmlichen Webcam. Für Geschäftskunden soll sie nach Firmenangaben für 350 Dollar in der zweiten Jahreshälfte 2007 verfügbar sein. Privatanwender müssen sich noch bis 2008 gedulden. Dann soll der Verkaufspreis durch die höhere Produktionsmenge auf 200 Dollar sinken, sagt Zlockie.

Einen Schritt weiter geht der japanische Elektronikhersteller Omron. Er will ein Gesichtserkennungssystem zur Altersverifikation auf den Markt bringen, berichtet das Magazin Technology Review. Das System könnte beispielsweise in den in Japan allgegenwärtigen Getränkeautomaten eingesetzt werden: Ab 2008 dürfen diese keine Alkoholika mehr an Personen unter 20 Jahren ausgeben.

Omron vermarktet seine Gesichtserkennungstechnik bereits jetzt an Digitalkamerahersteller. Die nutzen sie für Autofokus-Systeme, die automatisch auf Gesichter in Szenen scharf stellen. Das neue System, an einer Datenbank mit Hunderttausenden von Gesichtern trainiert, soll nun typische Merkmale wie Knochenstruktur, Falten und Tränensäcke analysieren. Nach Angaben des Herstellers habe man bei der Altersverifikation bereits eine Genauigkeit von 90 Prozent erreicht.

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