Neues Verfahren
Holografie sprengt Grenzen

Mit einem neuen holografischen Verfahren sorgt die Dresdner Seereal Technologies für Aufsehen. Es bietet die Basis für die Herstellung von Bildschirmen für Fernsehgeräte und Computer, die dreidimensionale Bilder erzeugen. Dabei setzt Seereal auf günstige Standardtechnologie. Bislang hielten Fachleute diesen Weg für unmöglich.

HAMBURG. Bislang hielten es Fachleute für unmöglich, mit vertretbarem Aufwand voll bewegliche Bilder mit räumlicher Tiefe zu erzeugen. „Um ein holografisches Display darzustellen, brauchte man bisher eine Bildschirmauflösung, die 250 000 mal so hoch ist wie die der derzeit erhältlichen hochauflösenden TV-Schirme“, sagt Mark Thorsen, Managing Director bei Seereal. „Zudem war wegen der unglaublich hohen Auflösung der Darstellungen sehr viel Rechenleistung nötig.“ Um einen Film wie Star Wars in 3D mit holografischer Darstellung abzuspielen, brauche es Supercomputer, wie sie die Nasa nutze.

Seereal hat über 100 Patente auf Erfindungen angemeldet, die es ermöglichen, die Anforderungen an Rechenkraft und Bildschirmauflösung zu reduzieren. Die Firma nutzt für die Echtzeit-Darstellung eines 20 Zoll großen, voll beweglichen Hologramms drei Standard-Computer und einen handelsüblichen Monitor. Dieser wird mit einer Kamera ausgestattet, die Standort und Augenbewegungen des Betrachters aufzeichnet.

Der Computer errechnet, wie die Lichtwellen eines realen 3D-Objekts aussehen würden, wenn sie auf die Netzhaut des Zuschauers treffen würden. Aus den Daten ermittelt die Lösung, wie der Lichtstrahl jedes Pixels auf dem Bildschirm aussehen muss, damit auf die Netzhaut ein räumliches Trugbild projiziert wird. Durch diesen Kniff kann Seereal bei der Auflösung der Bilder sparen und handelsübliche HDTV-Fernseher nutzen. Zugleich hat Seereal Algorithmen entwickelt, um die Berechnung der Hologramme zu beschleunigen.

Ganz alleine tummelt sich das 2002 gegründete Unternehmen nicht auf dem Markt der holografischen 3D-Darstellungen. Doch die Konkurrenz hat andere Ziele. Die Londoner Firma Dimensional Studios stellt holografische Displays für bewegte Bilder her, bei denen zum Beispiel Wassermassen aus dem Bildschirm heraus zu fließen scheinen. Die Briten zielen damit vor allem auf Werbeauftritte multinationaler Konzerne.

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