New Horizons
Pluto-Sonde erwacht aus Winterschlaf

Neun Jahre war die Sonde New Horizons unterwegs - jetzt hat sie ihr Ziel, den Zwergplaneten Pluto, beinahe erreicht. Von Januar an wird sie eine bislang noch unbekannte Region unseres Sonnensystems erkunden.
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BerlinNach fast neunjähriger Reise ist die US-Weltraumsonde New Horizons am Wochenende in der Nähe des Zwergplaneten Pluto eingetroffen. Die Sonde sei aus ihrem batteriesparenden Schlafmodus geweckt worden, erklärte Projektleiterin Alice Bowman. Sie sei in gutem Zustand und bewege sich nun in mehr als vier Milliarden Kilometern Entfernung von der Erde.

„Technisch war das reine Routine, da wir diese Aufweckprozedur schon mehrfach durchgeführt haben“, so Glen Fountain, New-Horizons-Projektmanager am Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory (APL), das die Sondenmission leitet. Tatsächlich war die Sonde während ihres 1873 Tage dauernden „Winterschlafs“ in regelmäßigen Abständen geweckt worden, um die Bordsysteme zu überprüfen.

Mit dem jetzt erfolgten „Weckruf“ tritt die Mission der Sonde nun in ihre entscheidende Phase: die Begegnung mit Pluto, dem letzten der ehemals neun Planeten unseres Sonnensystems, der noch von keiner irdischen Raumsonde besucht wurde. „Das ist schon eine große Sache“, so Fountain.

Von Januar an soll New Horizons Pluto und seine Monde ins Visier nehmen – zunächst aus rund 260 Millionen Kilometern Entfernung. Im kommenden Juli wird sie dann mit knapp 10.000 Kilometern ihren Pluto-nächsten Punkt erreichen, um dann in den noch unerforschten Kuiper-Gürtel an den Grenzen unseres Sonnensystems weiterzufliegen.

New Horizons war im Januar 2006 gestartet – zu einer Zeit, als Pluto noch als kleinster Planet des Sonnensystems betrachtet wurde. Noch im gleichen Jahr verlor Pluto durch eine Entscheidung der Internationalen Astronomischen Union (IAU) den Planetenstatus und wurde zum sogenannten Zwergplaneten zurückgestuft. Astronomen vermuten, dass im Kuiper-Gürtel noch weitere Objekte vergleichbarer Größe vorhanden sind.

„Jahrzehntelang sahen wir in Pluto nur einen merkwürdigen kleinen Himmelskörper in den Außenbezirken des Sonnensystems“, so New-Horizons-Forscher Hal Weaver. „Jetzt wissen wir, dass er in Wirklichkeit das Tor zu vielen neuen Welten im Kuiper-Gürtel ist. Und New Horizons wird uns den ersten Blick auf diese Welten ermöglichen.“

Thomas Trösch
Thomas Trösch
Handelsblatt / Redakteur Wissenschaft + Technik
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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