„New Horizons“: Start der Pluto-Sonde erneut verschoben

„New Horizons“
Start der Pluto-Sonde erneut verschoben

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat bei ihrer Pluto-Mission das Glück noch nicht auf ihrer Seite. Der Start der Raumsonde „New Horizons“ musste am Mittwoch zum zweiten Mal in Folge verschoben werden.

HB CAPE CANAVERAL. Die Nasa machte technische Probleme in der Stromversorgung für die Verzögerung verantwortlich. Bereits am Dienstag konnte die Sonde nicht vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida abheben - wegen zu starker Höhenwinde. Der Start der ersten Sonde zum Planeten Pluto ist jetzt für Donnerstag in einer Zeit zwischen 19.08 Uhr und 21.07 Uhr MEZ vorgesehen.

„New Horizons“ ist die erste Raumsonde, die von der Erde zum kleinen Planeten Pluto am Rande unseres Sonnensystems fliegen soll. Obwohl die 478 Kilogramm schwere Sonde nach Angaben der Nasa der schnellste Raumflugkörper der Geschichte ist, wird sie für die rund sechs Mrd. Kilometer Entfernung eine Flugzeit von mehr als neun Jahren benötigen.

Die Nasa muss „New Horizons“ bis zum 3. Februar starten, wenn die Sonde durch die Schwerkraft des Riesenplaneten Jupiter zusätzlich beschleunigt werden soll. Ohne dieses Manöver verlängert sich die Flugzeit zum Pluto um bis zu fünf Jahre. Außerdem erlaubt der Besuch beim Jupiter einen Test der Instrumente.

Im Juli 2015 soll die Sonde in nur 10 000 Kilometern Entfernung an Pluto und dessen Mond Charon vorbeifliegen. Die US-Raumfahrtbehörde erwartet von dem rund 700 Mill. Dollar (580 Mill. Euro) teuren Projekt eine Innenansicht der Ursprünge unseres Sonnensystems vor 4,5 Mrd. Jahren.

Pluto ist kleiner als der Erdenmond und so weit von der Sonne entfernt, dass er mit Temperaturen zwischen minus 235 und minus 227 Grad Celsius als „Eiszwerg“ gilt. Wegen der weiten Entfernung ist eine detaillierte Untersuchung von der Erde oder mit Hilfe des Weltraumteleskops „Hubble“ nicht möglich.

Sollten der Nasa in einem Jahrzehnt die Forschungsgelder bewilligt werden, wird „New Horizons“ noch fünf Jahre weiterfliegen in die mysteriöse Welt des Kuipergürtels. In dieser wenig erforschten Region hinter der Umlaufbahn des Planeten Neptun gibt es Tausende von Bruchstücken, die als ursprüngliches Baumaterial bei der Bildung der Planeten wie der Erde dienten.

Die Nasa wollte ihre Sonde ursprünglich am Dienstag starten lassen, dem neunten Todestag des US-Astronomen und Pluto-Entdeckers Clyde Tombaugh. Tombaugh hatte den neunten und kleinsten Planeten unseres Sonnensystems im Februar 1930 erspäht.

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