„Nichts zu hören“
Alter Raumanzug versagt als Radiosatellit im All

Bei sechststündigen Außenarbeiten hatte die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS einen alten Raumanzug in der Nacht zum Samstag im offenen All ausgesetzt. Er sollte als Minisatellit fungieren. Doch dann die Enttäuschung: Das Weltraumexperiment ist gescheitert.

HB MOSKAU/HOUSTON. Zur Enttäuschung von Funkamateuren weltweit hat der ungewöhnliche Radiosatellit nach zwei Erdumkreisungen den Geist aufgegeben, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit. Den Angaben zufolge froren die Batterien ein.

Der ausgediente russische Raumanzug war mit einem Sender versehen. Als Minisatellit „SuitSAT“ (von englisch „Space Suit“ und „Satellite“) sollte der Anzug Textmitteilungen ausstrahlen, auf die Funkamateure weltweit an ihren Empfängern warteten.

Kurz nach dem Aussetzen hätten einige Japaner Signale empfangen, berichtete die NASA, doch dann kam die traurige Gewissheit: „SuitSAT ist tot.“ Radioliebhaber schrieben im Internet bedauernd: „Nichts zu hören, sieht nicht gut aus“.

Die ISS-Astronauten Bill McArthur (54) und Waleri Tokarew (53) stießen den Raumanzug zu Beginn ihres Außeneinsatzes von der Station weg, was zunächst spektakuläre Bilder lieferte. Wie ein Purzelbäume schlagender Astronaut trudelte der Anzug aus mehr als 350 Kilometer Höhe über dem Südpazifik in Richtung Erde, zeigte NASA TV. Die Bordkamera der Raumstation hielt fest, wie der Anzug als schwarzer Schatten über eine weiße Wolkendecke segelte. In rund sechs Wochen wird der Raumanzug beim Eintritt in die Atmosphäre verglühen.

Danach arbeiteten die Astronauten am Schutz einer Kabelverbindung und montierten Teile von Roboterarmen um. Sie holten ein Experiment mit Mikroorganismen aus dem All in die Station zurück und machten Außenaufnahmen von der Raumstation. „Sie haben das gesamte Arbeitsprogramm erledigt“, teilte die russische Flugleitzentrale bei Moskau nach der Rückkehr der Raumfahrer in die ISS mit.

Für McArthur und Tokarew war es der zweite Außeneinsatz während ihres halbjährigen Aufenthaltes auf der ISS. Am 30. März starten ihre Nachfolger Pawel Winogradow und Jeffrey Williams vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur ins All.

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