Nobelpreise 2016
Physik-Nobelpreis für drei britische Forscher

Entdeckungen, über die man stolpert

„Ich war sehr, sehr überrascht“, erklärte ein glücklicher Duncan Haldane. Seine bahnbrechende Entdeckung schätzt er so ein: „Es war wie bei vielen Entdeckungen: Du stolperst über sie und musst einfach begreifen, dass du dort etwas sehr Interessantes gefunden hast.“

Michael Kosterlitz, der die frohe Botschaft in einer Tiefgarage im finnischen Espoo erhielt, zeigte sich ebenfalls überwältigt. „Ich bin sehr, sehr froh“, erklärte er und erzählte, dass er von der Auszeichnung erst durch einen Anruf von Bekannten erfahren hat. Das Nobelkommitee hatte ihn nicht direkt erreichen können.

„Ich wusste, dass ich schon mehrfach nominiert war, hatte aber nicht damit gerechnet, weil es schon recht lang her ist“, erklärte Kosterlitz. Er wolle nun zusammen mit Freunden mit einem finnischen Bier auf die Auszeichnung trinken. Am Telefon berichtete der Sohn von Kosterlitz, dass sein Vater, der an multipler Sklerose erkrankt ist, sehr kämpfen musste, um seine Forschung weiterführen zu können.

Im vergangenen Jahr ging der Physiknobelpreis an den Japaner Takaaki Kajita und den Kanadier Arthur B. McDonnald. Sie wurden für ihre Arbeiten über die sogenannte Neutrino-Oszillation ausgezeichnet. Durch ihre Forschung konnte gezeigt werden, dass extrem leichte Elementarteilchen, die Neutrinos, eine Masse besitzen.

Am Montag wurde der diesjährige Nobel-Reigen mit der Bekanntgabe des Medizinnobelpreisträgers eingeleitet. Die höchste medizinische Auszeichnung erhält in diesem Jahr der japanische Zellforscher Yoshinori Ohsumi für die Erforschung der sogenannten Autophagie, der Wiederverwertung von Zellbestandteilen.

Am Mittwoch folgt die Bekanntgabe des Chemie-Nobelpreisträgers. Wann der stets mit Spannung erwartete Literatur-Nobelpreisträger bekanntgegeben wird, steht offiziell noch nicht fest. Ein Mitglied der Jury, der Schriftsteller Per Wästberg, hatte in der vergangenen Woche jedoch den 13. Oktober als Termin benannt. Traditionsgemäß wird der Name des Literaturpreisträgers immer an einem Donnerstag präsentiert.

Der diesjährige Friedensnobelpreisträger wird kommenden Freitag in der norwegischen Hauptstadt Oslo präsentiert. Am Montag erfolgt dann die Bekanntgabe des Preisträgers für Wirtschaftswissenschaften. Die Nobelpreise sind in diesem Jahr mit jeweils acht Millionen Kronen (829 000 Euro) dotiert. Sie werden am 10. Dezember, dem Todestag ihres Stifters Alfred Nobel, in Stockholm und Oslo überreicht.

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Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
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