Nobelpreise 2016 Physik-Nobelpreis für drei britische Forscher

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Entdeckungen, über die man stolpert
Ein Nobelpreis für VW
Ig-Nobelpreis für VW
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Das hat Volkswagen im Abgasskandal wohl gerade noch gefehlt: An der US-Eliteuniversität Harvard hat der Autohersteller einen Ig-Nobelpreis in der Kategorie Chemie bekommen – einen mit reichlich Spott vergebenen Spaßpreis.

Moderator Marc Abrahams
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Die Auszeichnung erfolge für „die Lösung des Problems des übermäßigen Ausstoßes von Autoabgasen, indem automatisch elektromechanisch weniger Abgase produziert werden, wenn die Autos getestet werden“, sagte der Moderator der Preisgala, Marc Abrahams (hier mit der diesjährigen Trophäe für die Sieger). Und fügte dann genüsslich an: „Der Gewinner konnte oder wollte heute Abend nicht bei uns sein.“

Stelldichein der Nobelpreisträger
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Die zweifelhafte Ehre für VW ist eine Ausnahme. Üblicherweise werden bei der Verleihung der Ig-Nobelpreise („ignoble“ heißt auf Deutsch „unwürdig“) stets renommierte Wissenschaftler für seriöse, wenn auch kuriose Forschungen ausgezeichnet. Traditionell nehmen auch viele echte Nobelpreisträger teil - wie hier (v. l.) Dudley Herschbach (Chemie 1986), Eric Maskin (Wirtschaft 2007), Rich Roberts (Medizin 1993), Roy Glauber (Physik 2005).

Klamauk mit Kultstatus
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Die klamaukig-schrille Preisgala mit mehr als 1000 Zuschauern, die bereits zum 26. Mal stattfand, hat längst Kultstatus und ist lange vorher ausverkauft.

Papierflieger aus dem Publikum
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Zwischendurch fliegen bei der so ganz anderen Preisverleihung Papierflieger durch die Luft, es gibt Sketche und bizarre Kurz-Opern. Die Trophäe war in diesem Jahr eine Plastikuhr.

Menschliche Zielscheibe für Papierflieger
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Zwei weitere Preise gingen ebenfalls nach Deutschland. Ein Forscherteam um Christoph Helmchen von der Universität Lübeck bekam die Plastikuhr in der Kategorie Medizin für die Entdeckung, dass ein Hautjucken auf der linken Seite des Körpers auch gelindert werden kann, indem man sich vor einen Spiegel stellt und die rechte Seite kratzt – und umgekehrt.

Preis für deutsche Forscher
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„Man kann sein Gehirn austricksen“, sagte Andreas Sprenger (l.) von der Universität Lübeck, der zu der Gala angereist war und den Preis aus den Händen von Medizin-Nobelpreisträger Rich Roberts entgegennahm.

„Ich war sehr, sehr überrascht“, erklärte ein glücklicher Duncan Haldane. Seine bahnbrechende Entdeckung schätzt er so ein: „Es war wie bei vielen Entdeckungen: Du stolperst über sie und musst einfach begreifen, dass du dort etwas sehr Interessantes gefunden hast.“

Michael Kosterlitz, der die frohe Botschaft in einer Tiefgarage im finnischen Espoo erhielt, zeigte sich ebenfalls überwältigt. „Ich bin sehr, sehr froh“, erklärte er und erzählte, dass er von der Auszeichnung erst durch einen Anruf von Bekannten erfahren hat. Das Nobelkommitee hatte ihn nicht direkt erreichen können.

Unerfüllte Nobelpreis-Träume
Nobelpreis-Verleihung
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Es ist die Krönung jeder wissenschaftlichen Laufbahn, aus der Hand des schwedischen Königs den Nobelpreis in Empfang zu nehmen. Doch damit das passiert, braucht es neben Talent und Wissen auch sehr viel Glück. Denn selbst wenn die Forschungssensation da ist, warten auf dem Weg zu der Auszeichnung noch etliche Stolpersteine. Hier eine Auswahl. (Foto: dpa)

1. Lange Wartezeit
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In der Regel müssen Forscher viele Jahre darauf warten, bis ihre Entdeckung oder Erfindung mit dem Nobelpreis geehrt wird. Dann sind sie oft schon sehr alt. Und wer stirbt, bevor er den Nobelpreis bekommen hat, hat Pech gehabt – da mag die Entdeckung noch so groß sein. Denn ein Toter kann laut Satzung der Nobelstiftung den Preis nicht bekommen.

Dag Hammarskjöld
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Allerdings gibt es eine Ausnahme von dieser Regel: Wer nach Bekanntgabe, aber vor Verleihung des Preises stirbt, bekommt ihn trotzdem. Der wohl bekannteste posthum Geehrte war der damalige UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld, dem 1961 der Friedensnobelpreis zugesprochen wurde. Hammarskjöld kam drei Monate vor der Verleihungszeremonie bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.

2. Forscherstreit um die Entdeckung
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Die Entwicklung der Genschere Crispr-Cas9 gilt als Jahrhundertcoup. Um das Wunderwerkzeug, mit dem Erbgut wie mit einem Skalpell verändert werden kann, liefern sich die Forscherinnen Emmanuelle Charpentier (r.) und Jennifer Doudna auf der einen Seite und der Bioingenieur Feng Zhang auf der anderen Seite bis heute einen erbitterten Patentstreit. Keine guten Aussichten für einen Nobelpreis, denn...

Nobelpreis-Jury
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...ein Gerichtsstreit um eine Erfindung ist zwar kein Ausschlusskriterium für einen Nobelpreis, doch wenn die Forscher selbst sich so uneins sind, kann die Jury kaum entscheiden, wer denn nun die Auszeichnung verdient hat.

3. Wer zuerst kommt...
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Wer hat im Rennen um eine bahnbrechende Entdeckung die Nase vorn? Das Veröffentlichungsdatum einer Studie liefert den Juroren zumindest einen Hinweis. „Man muss die wissenschaftliche Literatur gründlich lesen, um zu sehen, wer über eine Entdeckung wann eine Studie veröffentlicht hat“, sagt Nobeljuror Gunnar Ingelman.

Nobelpreis-Medaille
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Wer sich nicht genug gesputet hat, riskiert, dass der Konkurrent das Rennen macht. Aber Ingelman betont auch: „Wenn nur kurze Zeit zwischen zwei Veröffentlichungen vergangen ist, könnte es sein, dass man das als gleichzeitig ansieht und beide Forscher den Preis bekommen.“

„Ich wusste, dass ich schon mehrfach nominiert war, hatte aber nicht damit gerechnet, weil es schon recht lang her ist“, erklärte Kosterlitz. Er wolle nun zusammen mit Freunden mit einem finnischen Bier auf die Auszeichnung trinken. Am Telefon berichtete der Sohn von Kosterlitz, dass sein Vater, der an multipler Sklerose erkrankt ist, sehr kämpfen musste, um seine Forschung weiterführen zu können.

Im vergangenen Jahr ging der Physiknobelpreis an den Japaner Takaaki Kajita und den Kanadier Arthur B. McDonnald. Sie wurden für ihre Arbeiten über die sogenannte Neutrino-Oszillation ausgezeichnet. Durch ihre Forschung konnte gezeigt werden, dass extrem leichte Elementarteilchen, die Neutrinos, eine Masse besitzen.

Am Montag wurde der diesjährige Nobel-Reigen mit der Bekanntgabe des Medizinnobelpreisträgers eingeleitet. Die höchste medizinische Auszeichnung erhält in diesem Jahr der japanische Zellforscher Yoshinori Ohsumi für die Erforschung der sogenannten Autophagie, der Wiederverwertung von Zellbestandteilen.

Am Mittwoch folgt die Bekanntgabe des Chemie-Nobelpreisträgers. Wann der stets mit Spannung erwartete Literatur-Nobelpreisträger bekanntgegeben wird, steht offiziell noch nicht fest. Ein Mitglied der Jury, der Schriftsteller Per Wästberg, hatte in der vergangenen Woche jedoch den 13. Oktober als Termin benannt. Traditionsgemäß wird der Name des Literaturpreisträgers immer an einem Donnerstag präsentiert.

Der diesjährige Friedensnobelpreisträger wird kommenden Freitag in der norwegischen Hauptstadt Oslo präsentiert. Am Montag erfolgt dann die Bekanntgabe des Preisträgers für Wirtschaftswissenschaften. Die Nobelpreise sind in diesem Jahr mit jeweils acht Millionen Kronen (829 000 Euro) dotiert. Sie werden am 10. Dezember, dem Todestag ihres Stifters Alfred Nobel, in Stockholm und Oslo überreicht.

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