Nobelpreise
Japanischer Zellforscher erhält den Medizin-Preis

Der diesjährige Nobelpreis für Medizin geht an den Japaner Yoshinori Ohsumi. Er hat einen Mechanismus erforscht, der zur Gesunderhaltung unserer Zellen beiträgt und so Erkrankungen wie etwa Krebs vorbeugt.

StockholmDer diesjährige Medizin-Nobelpreis geht an den japanischen Wissenschaftler Yoshinori Ohsumi. In der Begründung des Karolingischen Instituts heißt es, dass Oshumi die Mechanismen der Autophagie entdeckt habe. Autophagie ist ein Prozess in Zellen, mit dem sie die eigenen Bestandteile abbauen und wiederverwerten. Störungen in diesem Prozess können beispielsweise Krebs und neurologische Krankheiten auslösen.

Der Zellbiologe entdeckte bereits 1988, wie Proteine in Hefebakterien abgebaut und die einzelnen Bestandteile wieder erneuert werden. Ein ähnlicher Prozess findet auch im menschlichen Organismus statt. Wird der Autophagie-Prozess gestört, können Krankheiten wie Parkinson Krebs und Diabetes Typ 2 ausgelöst werden.

Der Abbau- und Recyclings-Prozess ist lebenswichtig, damit beschädigte Proteine abgebaut werden können. Der Begriff Autophagie stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie "Selbstfressen". Die Autophagie ist seit 50-er Jahren bekannt.

Allerdings konnte die fundamentale Bedeutung der Autophagie für die Medizin erst durch die Forschung von Ohsumi aufgezeigt werden, heißt es in der Begründung des Karolinischen Instituts, das von einem "bahnbrechenden Experiment" spricht.

Ohsumi wurde 1945 in Fukuoka geboren. Er lehrt am Tokyo Institute of Technology. Er sei "sehr, sehr überrascht", erklärte der glückliche Preisträger im schwedischen Rundfunk. "Es ist eine große Ehre für mich, aber ich hatte es nicht erwartet". Bei seinen Kollegen galt der 71-jährige allerdings seit mehreren Jahren als heißer Kandidat für die Auszeichnung.

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