Nobelpreise überreicht
Die Stunde der Preisträger

In Oslo und Stockholm sind die diesjährigen Nobelpreisträger feierlich ausgezeichnet worden. Gleich zwei deutsche Wissenschaftler wurden in Stockholm geehrt, wo die Nobelpreise für Chemie und Physik verliehen wurden. Der prominenteste Preisträger nahm seine Auszeichnung jedoch in Oslo entgegen.

STOCKHOLM. Der frühere US-Vizepräsident Al Gore und die beiden deutschen Wissenschaftler Gerhard Ertl und Peter Grünberg haben am Montag ihre Nobelpreise entgegengenommen. Bei der feierlichen Verleihung des Friedensnobelpreises an Gore und den Weltklimarat in Oslo hob das norwegische Nobelkomitee den erfolgreichen Einsatz der Preisträger für die „Ausbreitung von größerem Wissen um die von Menschen verursachten Klimaänderungen“ hervor. In Stockholm überreichte Schwedens König Carl XVI. Gustaf dem Berliner Ertl (71) den Nobelpreis für Chemie und dem 68-jährigen Grünberg vom Forschungszentrum Jülich den Physikpreis.

Gore forderte zu einer schnellen Mobilisierung gegen den Klimawandel auf. Diese müsse so entschlossen sein, wie man das bisher nur vor Kriegen erlebt habe: „Wir Menschen haben es mit einem globalen Notfall zu tun. Die Erde hat jetzt Fieber. Und das Fieber steigt.“ Der indische Chef des 1988 gegründeten Weltklimarates, Rajendra Pachauri (67), bezeichnete den Kampf gegen die bevorstehenden Klimaveränderungen als die „vielleicht entscheidende Sicherheitsfrage unserer Zeit“.

Bei der feierlichen Zeremonie in Stockholm in Anwesenheit von Königin Silvia teilte sich Grünberg den Physikpreis mit dem Franzosen Albert Fert (69). Grünberg erhielt seine Hälfte des Preises - wie Fert - für Magnetismus-Forschung, die beide unabhängig voneinander durchgeführt haben. Sie ermöglicht unter anderem den Bau von winzigen Computer-Festplatten. Ertl, bis zu seiner Pensionierung Chef am Berliner Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft, wurde für exakte Beobachtungen chemischer Reaktionen ausgezeichnet, wie sie unter anderem in Autokatalysatoren ablaufen.

Den Medizin-Nobelpreis teilten sich die beiden US-Genetiker Mario R. Capecchi (70) und Oliver Smithies (82) mit dem Briten Martin J. Evans (66). Die Preisträger hatten in ihren Arbeiten gezielt Mäusegene ausgeschaltet, um Modelltiere für menschliche Leiden wie Bluthochdruck oder Diabetes zu schaffen.

Alle Nobelpreise sind je Sparte mit zehn Millionen schwedischen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotiert. Wie fast immer gingen alle wissenschaftlichen Nobelpreise dieses Jahres nur an männliche Preisträger. Die mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnete britische Schriftstellerin Doris Lessing (88) musste ihre Teilnahme wegen Krankheit absagen.

Auch einer beiden Preisträger für Wirtschaftswissenschaften, der 90 Jahre alte Leonid Hurwicz aus den USA, konnte nicht zur Feier in die schwedische Hauptstadt kommen. Er hatte den Preis zusammen mit seinen Landsleuten Eric S. Maskin (56) und Roger B. Myerson (56) für Arbeiten zur Spieltheorie bekommen. Traditionell werden alle Nobelpreise am 10. Dezember übereicht, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896).

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