Nordrhein-Westfalen prüft Bau
Neuer Atomreaktor im Gespräch

Dem kommerziellen Atomausstieg zum Trotz prüft die nordrhein-westfälische Landesregierung den Bau eines neuen Kernreaktors. Die Forschungseinrichtung in Jülich ist möglicher Standort für einen Thorium-Hochtemperatur-Reaktor, sagte Innovationsminister Andreas Pinkwart (FDP) im Interview der „Westfälischen Rundschau“.

HB DORTMUND. „Ich halte den Thorium-Hochtemperaturreaktor für eine zukunftsweisende Technologie“, sagte Pinkwart. „Darüber wird zu reden sein.“ In Jülich, wo erst kürzlich der letzte Forschungsreaktor abgeschaltet wurde, stehe eine Menge Sachverstand zur Verfügung. „Es wäre dumm, den nicht zu nutzen“, wird der Minister weiter zitiert.

Als „fatal“ bezeichnete Pinkwart den Beschluss der rot-grünen Bundesregierung zum Atomausstieg. Nordrhein-Westfalen werde sich nicht aus der Kernforschung verabschieden. Speziell die Technik zur Reaktorsicherheit sei ein wichtiger Bereich: „Selbst bei einem Ausstieg brauchen wir dieses Know-how noch über Jahrzehnte hinweg. Aus der Entsorgung und Endlagerung kann man schließlich nicht einfach aussteigen“, sagte Pinkwart laut Vorabmeldung.

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