Nur 20 Prozent der Stotterer sind Frauen
Computer soll gegen Stottern helfen

Die Kasseler Stotter-Therapie, ein computergestütztes Training zum flüssigen Sprechen, kann Stotterern dauerhaft helfen.

HB KASSEL. Zu diesem Ergebnis kommt eine Langzeitstudie der Universität Kassel, die am Donnerstag vorgestellt wurde. Wie Prof. Harald Euler vom Fachbereich Psychologie berichtete, sind mit der Kasseler Stottertherapie in rund 70 Prozent der Fälle Erfolge nachweisbar.

Nach Darstellung Eulers leiden in Deutschland rund 800 000 Menschen unter der Sprachstörung, nur etwa 20 Prozent von ihnen seien Frauen. Die zahlreichen Therapieformen, die es auf dem Markt gebe, seien zum großen Teil dubios, ihre Wirksamkeit auf Dauer nicht nachweisbar, sagte Euler.

Euler hat seit 1996 rund 450 Klienten untersucht. In der Stottertherapie, die von dem Kasseler Arzt Alexander Wolff von Gudenberg entwickelt wurde, absolvierten sie ein dreiwöchiges Intensivtraining mit Computereinsatz. Sie übten dabei ein neues Sprechmuster, das so genannte „weiche Sprechen“. Ein Alltagstraining beim Einkaufen oder am Telefon wurde von Atemübungen und Entspannungstechniken ergänzt. Außerdem gehört eine langfristige Nachsorge mit regelmäßigen Auffrischübungen als Vorbeugung gegen mögliche Rückfälle zum Konzept.

Nach Angaben der Bundesvereinigung Stotterer Selbsthilfe sprechen einzelne Menschen auf verschiedene Therapien unterschiedlich gut an. Deshalb sei es gut und äußerst wichtig, dass mehrere Therapien angeboten werden. Kinder hätten bessere Erfolgsaussichten als Erwachsene.

Internet: Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe: www.bvss.de

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