Nur noch zehn Flüge
Nasa läutet das Ende der Shuttles ein

Die Nasa schickt ihre Arbeitspferde demnächst endgültig in den Stall. Nur noch zehn Mal sollen die US-Spaceshuttles „Atlantis“, „Discovery“ und „Endeavour“ ins All starten. Die Zeit danach dürfte vor allem für die europäische Raumfahrt schwierig werden.

HB WASHINGTON. Ende einer Raumfahrt-Ära: Nach fast 30 Jahren, über 130 Flügen und zwei Katastrophen mit 14 getöteten Astronauten werden die Spaceshuttles endgültig eingemottet. Wie die US-Weltraumbehörde Nasa bekanntgab, soll am 31. Mai 2010 die letzte wiederverwendbare Raumfähre starten. Insgesamt seien noch zehn Missionen geplant, fast alle zum Ausbau der Internationalen Weltraumstation ISS. Damit endet das Zeitalter der Spaceshuttles vier Monate früher als noch kürzlich geplant.

Sang- und klanglos läutet die Nasa das Ende der „Shuttle-Ära“ ein. Seit über einem Vierteljahrhundert sind die einst revolutionären Raumfähren nun schon die Arbeitspferde der Nasa, schaffen brav Menschen und Material ins All - doch im Grunde sind sie längst altersschwach und anfällig geworden. Doch was kommt dann? Nur eines ist heute schon klar: Die neuen Herren im Weltraum werden die Russen sein. Vor allem die Europäer sehen das gar nicht gern - manche träumen schon vom eigenen Weltraum-Vehikel. Möglich wäre es.

Zwar kommt das Shuttle-Aus nicht überraschend, doch vor allem für die Europäer wird die Lage misslich: Erst im vergangenen Februar - nach jahrelanger Verzögerung - konnte die Europäische Raumfahrtorganisation ESA ihr Weltraumlabor „Columbus“ auf der Internationalen Raumstation ISS installieren. Das Juwel der europäischen Raumfahrt, das auch für die Wirtschaft reichlich Grundlagenforschung betreiben soll, hat rund zehn Jahre Lebensdauer - doch von 2010 an fliegen keine Shuttles mehr.

Für mindestens fünf Jahre lang - bis die Amerikaner laut Plan ihr neues Orion-Raumschiff entwickelt haben - hat Russland mit der wesentlich kleineren, engeren und unbequemen Sojus-Raumkapsel das Monopol in Sachen bemannter Raumfahrt. Und nicht ganz unähnlich zum Verhalten auf dem Energie- und Erdgasmarkt: Moskau wird sich seine Dienste gut bezahlen lassen. Unter der Hand heißt es in US- Raumfahrtkreisen, bis zu 50 Millionen Dollar verlangten die Russen für Hin- und Rückflug eines US-Astronauten zur ISS. Für Europäer dürften die Tarife ganz ähnlich sein - „Freundschaftspreise“ wird es kaum geben.

Seite 1:

Nasa läutet das Ende der Shuttles ein

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%