Nutzer benötigen für den Rückkanal jedoch immer noch eine zusätzliche Telefonleitung
TV-Satellit versorgt Dörfer mit Internet

Der Empfang von Musikdateien und Videos aus dem Internet ist Dank DSL-Technik, der schnellen Datenübertragung über Kupferleitungen, heute kein Problem mehr. – Vorausgesetzt man wohnt in der richtigen Region, denn die Technik wird nicht flächendeckend angeboten. In ländlichen Gebieten sind schnelle Datenleitungen nur über Satellit verfügbar.

MÜNCHEN. Die Internet-Kommunikation über Satellit hatte bislang jedoch ein Handicap: Die Übertragung erfolgte nur in eine Richtung und zwar vom Satelliten zum Nutzer – Downlink genannt. Daten oder Befehle für das Surfen im Internet müssen über eine Telefonleitung an den Dienstanbieter geschickt werden, die diese dann in das Internet überträgt.

Der Ende September von Eutelsat ins All geschickte Satellit „E-Bird“ sollte diese – auf den ersten Blick umständliche – Prozedur überflüssig machen. Dabei handelt es sich um einen rückkanalfähigen Satellit, der Daten direkt von den Internetnutzern empfangen kann. Die Hoffnungen, die mit dem Start des rückkanalfähigen Internetsatelliten „E-Bird“ verbunden waren, haben sich in der Praxis jedoch nicht erfüllt. Test verschiedener Fachzeitschriften haben gezeigt, dass sowohl Probleme bei der Übertragung als auch beim Installieren der Anlagen zu Hause auftreten.

So entstehen beispielsweise beim Senden der Daten zum Satelliten Verzögerungen von bis zu zwei Sekunden, wodurch uplink-intensive Anwendungen wie Online- Spiele, die Übertragung von Filmen per Streaming Media oder die Nutzung von Instant Messaging – um mit Freunden zu chatten – praktisch nicht möglich sind. Die Verzögerungen entstehen dadurch, dass der Sender warten muss, bis das Satellitensystem ihm ein Zeitfenster für seinen Übertragung zuweist.

Auch das Übertragen von Videokonferenzen mit Programmen wie Netmeeting bereitet dem neuen Internetsatelliten Schwierigkeiten. Das liegt daran, dass die Technik des „E-Bird“ auf die asymmetrische Übertragung von Daten ausgelegt ist. Damit sind die unterschiedlichen Kapazitätsanforderungen im Hin- und Rückkanal gemeint. Während von Satellit zum Empfänger auf der Erde große Mengen von Daten übertragen werden, werden in umgekehrter Richtung nur vergleichsweise geringe Datenmengen transportiert.

Teure Installation

Ein anderes Problem ist, dass die Installation schwieriger und teurer ist als von Eutelsat angekündigt. So entstand der Eindruck, dass die Satellitenübertragung so einfach und billig zu installieren und zu nutzen sei, wie der Empfang von Fernsehprogrammen per Satellitenschüssel. Doch das ist nicht der Fall. Die Installation ist recht aufwendig und die Ausrüstung, die zum Austausch der Daten benötigt wird, ist mit rund 2 000 Euro sehr teuer.

Daher werden Privatnutzer, die das DSL-Angebot nicht nutzen können, auch künftig mit der herkömmlichen Satellitenlösung leben müssen. Dieser Internetzugang per Satellit wird möglich, da Satellitenbetreiber wie Astra oder Eutelsat nur etwa die Hälfte ihrer Kapazität für Fernsehübertragungen nutzen. Die restliche Kapazität wird zunehmend für Datendienste, unter anderen Anwendungen auch für Datenübertragung aus dem Internet genutzt.

Anbieter sind neben der Deutschen Telekom, Strato aus Berlin – eine 100-prozentige Tochter der Teles AG – sowie einige weniger bekannte Anbieter wie Schott (Sat-Speed) oder Europe Online (E-DSL). Bei einer Kalkulation der möglichen Internetkosten zu bedenken, dass für die Datenübertragung neben den Gebühren für den Satellitendienst Telefonkosten anfallen. Diese liegen bei durchschnittlicher Nutzung bei rund 30 Euro.

Die Berliner Strato AG ist der einzige Anbieter, der einen kombinierten Festpreis berechnet. Das Angebot wird möglich durch den Aufbau einer so genannten Shorthold-Verbindung, bei der die Telefonverbindung nur ganz kurz zur Datenübertragung aufgebaut wird.

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