Offshore-Windkraft
Forschung bei Windstärke 8

Auf dem Meer ist alles anders. 45 Kilometer vor Borkum sammeln Hersteller von Windkraftanlagen erste Erfahrungen auf stürmischer See. Mit den gewonnenen Erkenntnissen hoffen sie ihre Anlagen weiter optimieren zu können.

DÜSSELDORF. Das erste Windparkprojekt in Deutschland kann starten. Am Dienstag gab das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) grünes Licht für den Bau des ersten Offshore-Windparks „Alpha Ventus“ in der Nordsee. Rund 45 Kilometer nördlich und außer Sichtweite der Insel Borkum werden nun in den nächsten Wochen die ersten sechs von insgesamt zwölf Rotoren aufgestellt. Voraussichtlich ab Herbst werde der Windpark dann erstmals Strom auf hoher See produzieren, sagte Christian Dahlke vom BSH.

Die Energieunternehmen Eon, EWE und Vattenfall betreiben den mit Steuergeldern geförderten Park im Meer als Testfeld, um „grundlegende Erfahrungen mit Bau und Betrieb“ zu sammeln. Neben Windmessungen, werden Forscher in den nächsten Jahren zusätzlich die Einflüsse der Seewinde auf die Anlagen und einzelne Komponenten untersuchen und nach Wegen suchen, den Aufbau und die Wartung der Windenergieanlagen zu optimieren.

„Mit dem Betrieb der ersten Offshore-Anlagen betreten wir in Deutschland absolutes Neuland“, sagt Stephan Barth, Geschäftsführer von ForWind, einer Forschungskooperation der Universitäten Hannover und Oldenburg, die an verschiedenen Forschungsprojekten im Testfeld beteiligt sind. Es gebe zwar ausreichend Erfahrung mit der Windenergie-Nutzung an Land, doch für die Nutzung auf hoher See müssten komplett neue Anlagen entwickelt werden, so der Forscher.

Das Bundesschifffartsamt hat bisher 21 Windpark-Projekte vor den Küsten der deutschen Nord- und Ostsee genehmigt – doch noch steht dort keine einzige Offshore-Windkraftanlage. Der Grund: In Deutschland fanden sich lange Zeit keine Investoren für Offshore. Mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat sich das jedoch schlagartig geändert: Durch die Erhöhung des Einspeisevergütung von neun auf 15 Cent pro eingespeister Kilowattstunde Offshore-Windstrom ab Januar 2009 wollen nun Konzerne wie Eon, RWE, Vattenfall sowie das Stadtwerkebündnis Trianel in das deutsche Offshore-Geschäft einsteigen.

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