Open Access
EU will Forschungsergebnisse allen zugänglich machen

Die Ergebnisse steuerfinanzierter Forschung sollen in der EU künftig allen zur Verfügung stehen. Ein entsprechender Plan der EU-Kommissarin Neelie Kroes soll schrittweise umgesetzt werden.
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BrüsselForscher, Studenten und Unternehmen sollen künftig freien Zugang zu allen öffentlich geförderten wissenschaftlichen Studien in der EU bekommen. Frei zugängliche Artikel und Daten machten es Forschern und Firmen leichter, die Ergebnisse zu nutzen und die Wissenschaft voranzubringen, teilte die EU-Kommission am Dienstag bei der Präsentation ihres Vorschlages in Brüssel mit.

Diese Pflicht soll von 2014 an nach und nach umgesetzt werden - und zwar für Projekte, die von der EU oder vom Staat finanziert werden. Bis 2016 sollen 60 Prozent der veröffentlichten Ergebnisse in Europa frei zugänglich sein.

Der Steuerzahler habe schon aus Prinzip ein Recht auf diese Daten, sagte die für Digitales zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes: „Man zahlt für die Forschung - dann sollte man auch Zugriff auf die Ergebnisse haben.“

Ein weiteres Ziel auf dem Weg zu einem Europäischen Forschungsraum (EFR) lautet, dass die Mitgliedstaaten ihren Wissenschaftlern das grenzüberschreitende Arbeiten erleichtern. So sollen Forscher innerhalb der EU leichter den Job wechseln können. Hier müsse die EU einen Rückstand gegenüber den USA aufholen, sagte EU-Forschungskommissarin Máire Geoghegan-Quinn: „Wir wollen sicherstellen, dass Wissenschaftler genauso frei zwischen Rom und Riga oder Sofia und Stockholm umziehen können, wie sie das zwischen Wisconsin und Washington oder Massachusetts und Minnesota können.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Open Access: EU will Forschungsergebnisse allen zugänglich machen"

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  • @Krosis: Das versteht jemand wie "Slingshot" doch gar nicht.

  • Forschungen die vom Staat finanziert oder durchgeführt wurden für alle öfentlich zugänglich zu machen, ist durchaus zu begrüßen. Wie bereits erwähnt bedeutet es nichts anderes, als das der Steuerzahler der die Projekte finanziert hat, sie auch mal einsehen darf.

    Verstehen tu ich dabei nicht solche Meinungen wie:
    "dann koennen sich auch gleich alle EU-Staaten ueber die Forschungsergebnisse deutscher Universitaeten und deutscher Forschungsinstitute hermachen. "

    Andere Staaten haben ebenfalls sehr erfolgreiche und vielversprechende Forschungsprojekte, auf welche wir dann auch Zugriff hätten.
    Ausserdem sind die Forschungsbedingungen an deutschen Universitäten nicht wirklich die Besten, viele Professoren gehen dafür ins Ausland weil bessere Bezahlung, weniger Bürokratie und mehr Förderung besteht.

  • Aus Sicht der Universitäten und Universitätsbibliotheken ist diese Initiative sehr zu begrüßen. Dass mit öffentlichen Mitteln finanzierte Forschungsergebnisse kommerziellen Verlagen zur Verwertung überlassen werden, habe ich noch nie verstanden. Die veröffentlichten Forschungsergebnisse und Daten sollten aber nicht nur in Europa, sondern weltweit frei zugänglich sein.

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