Optischer Sensor hilft Ärzten
Schnelltest diagnostiziert Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt kommt nicht nur unerwartet, sondern bleibt oft auch unentdeckt, weil er in einem Drittel der Fälle nicht die typischen Symptome verursacht. Notärzte haben den Verdacht bislang per Bluttest überprüft, doch Berliner Forscher haben jetzt ein Auswertegerät entwickelt, mit dem der Arzt künftig sogar erkennen kann, wie starkt der Herzinfarkt war.

BERLIN/DÜSSELDORF. Brust- und Magenschmerzen, Übelkeit, Atemnot sowie Angstgefühle: Das sind Symptome, die auf einen Herzinfarkt schließen lassen. Sie können aber auch Hinweise auf andere Erkrankungen sein. Je nachdem welcher Schnelltest eingesetzt wird, besteht erst frühestens zwei Stunden nach Eintreten der ersten Symptome Gewissheit, ob ein Infarkt vorliegt oder nicht. Kostbare Zeit, die verloren geht, denn bei Infarktpatienten zählt jede Minute.

Wenn die Durchblutungsstörungen schnell behoben werden können, entweder durch blutverdünnende Mittel oder die Dehnung des verstopften Gefäßes, bleibt der Infarkt meist ohne Folgen. Ist das Herzengewebe aber erst einmal abgestorben, lässt es sich nicht wieder herstellen. Die Patienten leiden dann unter verminderter Pumpleistung, Thrombosen oder Herzrhythmusstörungen bis hin zu komplettem Herzversagen.

Das Berliner Biotechunternehmen Rennesens hat bereits vor vier Jahren einen ersten Schnelltest auf den Markt gebracht, der schon eine knappe halbe Stunde nach Auftreten der Beschwerden einen Herzinfarkt sicher diagnostizieren kann. „Mit dem Lesegeräte des Mikrosystemtechnikunternehmens Optricon können Ärzte künftig das Testergebnis auch quantitativ bewerten“, sagt Rennesens-Geschäftsführer Jürgen Ziegler.

Ein Funktionsmuster Gerätes wird am morgigen Mittwoch auf der Mikrosystemmesse „Microsys“ in Berlin Adlershof erstmalig vorgestellt. In einem halben Jahr soll es dann auf den Markt kommen. „Auf Basis dieses Musters werden wir eine Gerätefamilie zur Streifendiagnostik entwickeln, deren Produkte nach und nach in den Markt eingeführt werden“, sagt Lutz Melchior, Geschäftsführer von Optricon. Das Marktpotenzial hält er für sehr groß, denn mit dem Gerät sollen später unter anderem Allergie-, Diabetes-, Urin-, Virologie-, Alkohol-, Drogen- und Toxikologie-Tests durchgeführt werden können.

Zunächst soll jedoch der Herztest verfügbar sein, der anfangs von Notärzten und Rettungssanitätern, dann von Arztpraxen eingesetzt werden soll. Die können das kompakte und nur 600 Gramm schwere akkubetriebene Gerät jederzeit mit sich führen, da ein eigener Mikroprozessor und eine neue spezielle Software für die Auswertung autark – ohne externen Computer – für Gewissheit sorgen.

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