Outdoor-Ausrüstung
Klettern, ohne zu schwitzen

Atmungsaktive Stoffe stehen bei den Herstellern von Funktionskleidung hoch im Kurs. Vaude hat jetzt eine neue Linie aufeinander abgestimmter Kleidung für Extrem-Bergsteiger entwickelt. Auch weil das Skigeschäft zunehmend einbricht, wird der Markt für Sportbekleidung immer wichtiger.

MÜNCHEN. Wenn es stimmt, dass Neuheiten aus dem Spitzensport mit der Zeit auch ihren Weg zu den nicht ganz so ambitionierten Athleten finden, dann darf sich die breite Masse schon jetzt freuen. Denn der schwäbische Outdoor-Ausrüster Vaude hat eine Kleider-Kollektion für Extrem-Bergsteiger entwickelt, an der gewiss auch Wanderer ihre Freude hätten. Auch wenn sie viele Funktionen nicht unbedingt benötigen. Vaude verspricht mit seiner neuen „Argon“-Linie nicht weniger als perfekt aufeinander abgestimmte Produkte – von Jacken und Rucksäcken bis zu Schlafsäcken.

Für Vaude-Manager Urs Egli ist es schlicht „das leistungsförderndste Bekleidungssystem“, das es gibt. Die Produkte sollen deutlich atmungsaktiver sein als die der Konkurrenz, sie sollen mehr Bewegungsfreiheit bieten, komfortabler zu tragen und darüber hinaus noch einfach zu bedienen sein.

Im Mittelpunkt der Innovation, die Vaude auf der Sportmesse Ispo vorgestellt hat, sind neu entwickelte Jacken, die alle zueinander passen. Die Designer haben die unterschiedlichen Schichten so entworfen, dass es nirgends drückt. Ein Beispiel: Bei der untersten Lage, dem Fleece, ist der Reißverschluss links angeordnet. Die Mittelschicht, eine so genannte Softshell-Jacke, hat den Reißverschluss in der Mitte und die äußere Regenjacke hat ihn rechts. „So vermeiden wir Druckstellen“, sagt Egli.

Solche Details ziehen sich durch die gesamte Kollektion. So behauptet Vaude, der Stoff sei doppelt so atmungsaktiv wie die Membrane von Gore. Das scheint dick aufgetragen, denn Gore ist immerhin Marktführer und steht wie kein zweites Unternehmen auf der Welt für atmungsaktive Stoffe. Für Bergsportler ist es enorm wichtig, dass der Schweiß möglichst ungehindert entweichen kann, denn es kostet in der Höhe viel Kraft, wenn es auf der Haut zu warm wird.

Vaude hat seine Gründe, solche ausgefeilten Neuheiten auf den Markt zu bringen. Einerseits, weil der Konkurrenzkampf beinhart ist. Andererseits, weil das Skigeschäft einbricht und die Käufer stattdessen Sportbekleidung wollen, die sie das ganze Jahr nutzen können.

„Wir bewegen uns vom Wintersport zum Wettersport“, bestätigt Klaus Jost, Vorstand des Sporthändlerverbunds Intersport. Die Intersport-Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Vergangenes Jahr ging das Wintersportgeschäft um mehr als ein Fünftel zurück. Der Umsatz mit Wanderausrüstung kletterte dagegen um 16 Prozent.

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