Paläontologie
Neue Theorie: Bakterien als Dino-Killer

Vor 65 Millionen Jahren schlug ein Asteroid vor der Küste der mexikanischen Halbinsel Yucatan ein und löste das Massensterben der Dinosaurier aus - so die gängige Theorie zum plötzlichen Verschwinden der Riesenechsen. Gleich zwei Forschergruppen haben jetzt allerdings Zweifel angemeldet.
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HEIDELBERG. Winzig kleines Plankton soll nach Meinung von James Castle und John Rodgers von der Clemson University Schuld haben am Untergang der Dinosaurier - und nicht etwa ein riesiger Asteroid, der die Erde traf. Massenblüten sogenannter Cyanobakterien hätten demnach bereits mehrfach in der Erdgeschichte Ozeane und Atmosphäre vergiftet und dadurch einen großen Teil des tierischen und pflanzlichen Lebens umgebracht.

Die beiden Forscher hatten fossile Ablagerungen von Cyanobakterien untersucht und zeitliche Übereinstimmungen zwischen ihrem massenhaften Auftreten und Aussterbe-Ereignissen im Verlauf der Erdgeschichte gefunden. Die explosionsartige Vermehrung der Mikroorganismen setzte große Mengen so genannter Cyanotoxine frei, die in hohen Konzentrationen tödlich wirken - etwa wenn sie über das Trinkwasser aufgenommen werden oder sich in der Nahrungskette anreichern.

Über die Gischt oder an den Strand geschwemmt können sie auch in die Atmosphäre gelangen und ebenfalls andere Organismen schädigen. Sterben sie schließlich ab, verbraucht dies große Mengen des Sauerstoffs im Wasser und erstickt damit ozeanisches Leben.

Castle und Rodgers stimmen zu, dass auch Vulkanausbrüche oder Asteroideneinschläge ihren Teil zum Massenaussterben - etwa der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren - beigetragen haben. Ihrer Meinung nach waren aber vor allem die Cyanobakterien die Ursache, alles andere hätte nur eine Nebenrolle gespielt. Das zeige sich gerade im Falle der Dinosaurier, die am Ende der Kreidezeit untergingen: Sie verschwanden nicht etwa auf einen Schlag, wie es ein kosmischer Einschlag nahelegen würde, sondern nach und nach, was für ein Ereignis spricht, das langsamer um sich greift.

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