Forschung + Innovation
Panne beim Erstflug der stärksten Rakete der Welt

Die weltweit größte und stärkste Trägerrakete hat mit einem Schönheitsfehler ihren Jungfernflug in den Orbit absolviert. Die fast 71 Meter lange „Delta IV Heavy“ startete zwar erfolgreich in Cape Canaveral, konnte aber einen Demonstrationssatelliten nicht in der vorgesehenen Umlaufbahn absetzen.

dpa WASHINGTON. Die weltweit größte und stärkste Trägerrakete hat mit einem Schönheitsfehler ihren Jungfernflug in den Orbit absolviert. Die fast 71 Meter lange „Delta IV Heavy“ startete zwar erfolgreich in Cape Canaveral, konnte aber einen Demonstrationssatelliten nicht in der vorgesehenen Umlaufbahn absetzen.

Ein Mitarbeiter des US-Flugzeug- und Raumfahrtkonzerns Boeing beschrieb den Start so: „Es war majestätisch, beeindruckend und laut, niemand kann enttäuscht sein.“

Bei dem Testflug dieser neuen Generation von Großraketen sollte eine mehr als sechs Tonnen schwere Satellitenattrappe in rund 36 000 Kilometer Höhe ausgesetzt werden. Weil die erste Brennphase nach dem Start aus bislang unbekanntem Grund rund zehn Sekunden zu kurz gewesen sei, habe die Rakete nicht den vorgesehenen Orbit erreicht, berichtete die Tageszeitung „Orlando Sentinel“ unter Berufung auf einen Boeing-Sprecher. Dennoch seien das Unternehmen und die US- Luftwaffe mit dem Test zufrieden gewesen.

Mit dem insgesamt erfolgreichen Start der Rakete hat Boeing die größte europäische Trägerrakete, die „Ariane 5“, hinter sich gelassen. Die US-Luftwaffe hat die 141 Mill. Dollar (105 Mill. Euro) teure Mission finanziert. Die 23 Stockwerke hohe „Delta IV Heavy“ soll im Herbst nächsten Jahres erstmals einen Militärsatelliten zur Erkennung von angreifenden Raketen und danach einen Aufklärungssatelliten auf eine Umlaufbahn um die Erde bringen.

Für die superstarke Trägerrakete hat Boeing nach eigenen Angaben erstmals seit dem Haupttriebwerk für den Space-Shuttle vor 25 Jahren wieder ein neues Triebwerk hergestellt, das eine Mischung aus flüssigem Wasserstoff und Flüssigsauerstoff verbrennt.

Die „Delta IV Heavy“ entwickelt eine maximale Schubkraft von 663 000 Pfund. Da für die Rakete weniger Teile verwendet werden, verspricht Boeing kostengünstigere Starts als bisher. Mit 733 Tonnen beträgt das Gewicht der Delta-Rakete nur noch knapp mehr als ein Drittel eines Space-Shuttles.

Mit der „Delta IV Heavy“ könnten rund 22 Tonnen Last in einen erdnahen Orbit, beispielsweise zur Internationalen Raumstation ISS, gebracht werden. Die Kraft des Supergeschosses ist so stark, dass sie zehn Tonnen Last auf den Weg zum Mond sowie acht Tonnen auf eine Umlaufbahn zu den Nachbarplaneten Mars und Venus bringen könnte. Boeing will die Trägerrakete jetzt noch für größere Lasten weiterentwickeln.

Die Delta ist eine der erfolgreichsten Trägerraketen. Die erste von inzwischen mehr als 40 Versionen startete am 12. August 1960.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%