Personalisierte Mikrochips
Spione im Auto erwischen jeden Verkehrssünder

Falsches Parken, zu schnelles Fahren oder gefährliches Überholen auf europäischen Straßen könnten bald der Vergangenheit angehören. Denn mit personalisierten Mikrochips in jedem Auto entgeht kein Verkehrssünder mehr seiner Strafe.

HB/dpa LONDON. Nach britischen Medienberichten arbeitet die Regierung in London derzeit an entsprechenden Plänen, die letztlich in ganz Europa und damit auch in Deutschland „elektronische Spione“ in jedem fahrbaren Untersatz ermöglichen würden. Umgehend regte sich bereits Kritik. „Die gesamte fahrende Bevölkerung wird zu Tatverdächtigen“, kommentierte die Bürgerrechtsvereinigung Liberty das Vorhaben.

Der geplante Spion-Chip ist nach den Berichten Teil einer Möglichkeitsstudie, die Polizeispezialisten für das Verkehrsministerium in London erstellten. Aufgelistet sind darin 47 Vergehen, die mit dem neuen System zu „elektronischen Fahrzeugidentifizierungs-Verfolgung“ (EVI) geahndet werden könnten. Damit könnten gestohlene Autos ebenso schnell aufgespürt werden wie Fahrer ohne Autoversicherung.

Nach den Angaben müssten auf der britischen Insel bereits bestehende und miteinander vernetzte Systeme zur Verkehrsüberwachung nur minimal für EVI geändert werden. Autoproduzenten wären nach Umsetzung des Vorhabens verpflichtet, die Chips in alle Neufahrzeuge einzubauen, alte Autos würden nachgerüstet. Der Chip registriert etwa im Auto direkt eine Geschwindigkeitsübertretung und sendet die entsprechenden Informationen an einen Zentralcomputer. Damit wären fest installierte Geschwindigkeitsmesser am Straßenrand nicht nur überflüssig, sondern jeder Sünder würde auch garantiert geschnappt.

Wie es hieß, sei das System in Brüssel bereits auf Interesse gestoßen und könnte flächendeckend in den Ländern der Europäischen Union zum Einsatz kommen. So könnten beispielsweise Autos von Terrorverdächtigen oder Drogenschmuggler grenzüberschreitend beobachtet werden.

Tim Yeo, Verkehrsexperte der oppositionellen Konservativen im Londoner Unterhaus, warnt vor dem neuen Autochip: „Das wäre ein Spion, mit dem jeder Autofahrer schikaniert würde.“ Für ihn sind die Pläne „albtraumhaft“, denn es bestehe das Risiko, „dass jeder Fahrer, so sicher er auch steuert, in einen Kriminellen verwandelt wird."

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