Personalisierung der Außenwerbung: Plakatwände funken Passanten gezielt Reklame auf das Handy

Personalisierung der Außenwerbung
Plakatwände funken Passanten gezielt Reklame auf das Handy

Was bislang den Werbebannern im Internet vorbehalten war, ist ab sofort auch ein Feature der ordinären Plakatwand: Die Werbeflächen treten in Kontakt mit Mobiltelefonen und machen auf sich aufmerksam. Versendet werden Bilder, Videos und mehr – nach vorheriger Registrierung.

(mx) DÜSSELDORF. Nervende Quasselstrippen wurden früher gerne aufgefordert, alternativ mit einer Parkuhr ein Gespräch zu beginnen. Dank der Kölner Außenwerbungs-Firma Ströer rückt diese Vision in nicht allzu große Ferne: Ab sofort stehen in zehn deutschen Städten zwar keine Parkuhren, aber immerhin Plakatwände zum Dialog bereit.

Vor allem dort, wo viele Menschen warten müssen, will Ströer von Reklametafeln aus personalisierte Botschaften an Passanten schicken. Die Plakatwände funken via Bluetooth Werbung an registrierte Handys. Die Kampagnen setzen insofern die Kooperation mit den Verbrauchern voraus. Sobald sich ein Handy mit aktiviertem Bluetooth in Funkreichweite der Plakatwand befindet, wird der Nutzer gefragt, ob er die Werbebotschaft erhalten möchte. Lehnt er ab, wird das Plakat künftig keine Botschaften mehr an diese Nummer senden. „Wer erfolgreich mit jungen Menschen kommunizieren will, muss sie überraschen“, sagt Ströer-Geschäftsführer Jan Hardorp. Die Plakatwand kann laut Ströer Bilder, Coupons, Videos, Spiele, Klingeltöne oder SMS übermitteln. Werbetreibende zahlen täglich 50 Euro pro Standort extra – sowie eine nicht näher bezifferte „Servicepauschale“.

Auch die Automarke Mini setzt auf personalisierte Werbung und spricht – zunächst testweise – in vier amerikanischen Städten vorbeifahrende Autofahrer über Radio Frequency Identification (RFID) persönlich an. Über einen Radio-Chip im Schlüsselanhänger wird der herannahende Mini-Fahrer identifiziert. Sobald der Fahrer vorbeifährt, wechselt die Tafel von der regulären Werbung in eine persönliche Botschaft, die für einige Sekunden stehen bleibt. Meist beziehen sich die Botschaften auf Fahrgewohnheiten, die zuvor in Fragebogen-Aktion erkundet worden sind – Raser etwa lesen: „Kurven gibt es, damit sie geschnitten werden.“

In den USA hat das Experiment bereits Datenschützer und Verkehrsexperten auf den Plan gerufen. Fahrer könnten durch diese Werbung abgelenkt werden und Unfälle verursachen. Datenschützer haben die RFID-Technologie schon länger im Visier. Sie befürchten, dass über RFID Autofahrer zurückverfolgt und Profile über das Konsumverhalten erstellt werden könnten.

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