Pharmaindustrie beschleunigt mit vernetzten Computern die Forschung
Grids fahnden nach neuen Wirkstoffen

Die geballte Kraft der Maschinen ist gigantisch. Fünf Trillionen Rechenoperationen pro Sekunde leisten die 2 700 weltweit vernetzten Arbeitsplatz-Computer des Pharmariesen Novartis bei der Suche nach neuen Wirkstoffmolekülen.

HB DÜSSELDORF. Grid-Computing heißt das Prinzip, das die ungeahnte Forschungsintensität ermöglicht. Und Novartis ist nur ein Beispiel: Die gesamte Pharmaindustrie setzt zunehmend auf Grid-Computing, um die Arzneimittelforschung zu beschleunigen.

Die Unternehmen können dabei die Prozessoren der häufig unausgelasteten Arbeitsplatz-PCs nutzen. Diese werden zu einem so genannten Grid gebündelt und bilden einen leistungsstarken, aus vielen Tausenden Mikroprozessoren bestehenden Supercomputer. Das Novartis-System bringt es auf Platz 15 der weltweit schnellsten Rechner. Es erreicht damit die Rechenkraft des Supercomputers, den die französische Atomenergiebehörde einsetzt.

Was ein Computing-Grid in der Pharmabranche zu leisten vermag, erfuhren Fachleute erstmals im Juni 2003. Damals publizierte das Fachblatt „Journal of Medicinal Chemistry“, wie Arzneimittelforscher von Novartis in ungeahnt schneller Zeit sämtliche Wirkstoff-Bibliotheken des Unternehmens durchforsteten und am Ende ein neues Zielmolekül für die Krebsmittelentwicklung entdeckten. Der so genannte CK2-Inhibitor gilt seitdem als Meilenstein, weil er mit Hilfe des Grids in nur knapp einem Jahr gefunden wurde. Verglichen mit der üblichen Forschungsdauer von mehreren Jahren bis hin zu einem Jahrzehnt eine beachtliche Leistung. „Grid-Computing wird eine Revolution für die Informationstechnologie“, sagt Manfred Peitsch, Leiter der Abteilung Informatics and Knowledge Management bei Novartis. Ob Asthma oder Aids, Krebs oder Parkinson – die vernetzten Computer dürften in Zukunft bei der Entwicklung der meisten Präparate unverzichtbar sein.

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