Phobos-Grunt: Russische Marssonde in den Pazifik gestürzt

Phobos-Grunt
Russische Marssonde in den Pazifik gestürzt

Ein schwerer Schlag für russische Raumfahrt: Nach einer mehr als zwei Monate langen Odyssee im Weltraum ist die defekte russische Marsmond-Sonde „Phobos-Grunt“ in den Pazifik gestürzt.
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MoskauDie defekte russische Raumsonde „Phobos-Grunt“ ist wie erwartet unkontrolliert in die Erdatmosphäre gestürzt. Trümmer des 120-Millionen-Euro teuren Apparats schlugen im Pazifik ein. Die beim Eintritt in die Atmosphäre nicht verglühten Teile seien gegen 18.45 Uhr MEZ am Sonntag in den Ozean gefallen. Das sagte der Sprecher der russischen Verteidigungsministeriums Alexej Solotuchin nach Angaben der Agentur Interfax.

Einheiten der militärischen Weltraumaufklärung hätten den Absturz von Bodenstationen aus registriert, sagte Solotuchin. Nähere Angaben zum Ort machte er zunächst nicht. Russische Raumfahrt-Experten hatten Prognosen immer wieder korrigiert und zuletzt als möglichen Absturzort auch den Atlantik genannt. Eine Gefahr für Menschen in bewohnten Gebieten durch nicht verglühende Teile hatte als sehr gering gegolten, war aber nicht ausgeschlossen worden.

Die tonnenschwere Marsmond-Sonde flog nach ihrem Fehlstart im November nicht in die gewünschte Richtung, sondern kreiste in immer engeren Bahnen um die Erde herum. Die Giftstoffe im tonnenschweren Treibstoff-Tank sowie das radioaktive Kobalt in einer Menge von rund 10 Mikrogramm an Bord sollten nach Angaben der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos verbrennen oder verglühen. An Bord der Sonde waren auch Behälter mit Mikroorganismen, Mückenlarven, Krebstieren und Samen.

Demnach wurde die rund 13,5 Tonnen schwere Raumsonde beim Eintritt in die Atmosphäre von der Hitze zerrissen. Der Großteil der Fracht war Treibstoff für die auf zweieinhalb Jahre angelegte Mission zum Marsmond Phobos. Die Sonde enthielt auch Metallteile von insgesamt zwei Tonnen. Davon sollten zahlreiche einzelne Trümmer mit einem geschätzten Gesamtgewicht von 200 Kilogramm zur Erde fallen.

„Phobos-Grunt“ war am 9. November 2011 vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet und sollte bis 2014 im All bleiben, den Marsmond Phobos erforschen sowie Proben mit zur Erde bringen. Wegen einer technisch bislang nicht vollständig geklärten Panne am Motor kam die Raumsonde aber nicht über die Erdumlaufbahn hinaus. Mit der ersten interplanetaren Mission seit 15 Jahren hatte die Raumfahrtnation Russland nach zahlreichen Rückschlägen wieder international Eindruck machen wollen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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