Physik-Nobelpreis 2005
Laser-Trick ermöglicht neue Zeitrechnung

Künftig sollen die genauesten Uhren der Welt nach einer Münchner Technik ticken. Einen Grundstein legte dafür der diesjährige deutsche Nobelpreisträger Theodor Hänsch.

HB HAMBURG/MÜNCHEN. Forscher um Hänsch vom Max-Planck-Institut für Quantenoptik (» www.mpq.mpg.de) haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich die ultraschnellen Schwingungen von Lichtwellen zählen lassen. Der elegante Laser-Trick löst ein Jahrzehnte altes Problem der Physik und soll Atomuhren bis zu tausend Mal genauer gehen lassen als bislang. Das ist unter anderem für Nachrichtentechnik und Satellitennavigation von großer Bedeutung. Unabhängig von Hänsch arbeitete auch der US-Physiker John Hall (Universität von Colorado) an dieser Technik.

Für ihre Leistungen teilen sich beide Forscher die eine Hälfte des Physik-Nobelpreises 2005. Die andere Hälfte geht an Roy Glauber von der Harvard-Universität (USA), der das theoretische Fundament für diese Entwicklungen gelegt hat.

„Hänsch und Hall zeichnet beide aus, dass sie „Spielkinder“ sind“, sagt der deutsche Quantenphysiker Wolfgang Ertmer von der Universität Hannover, der mit Hall nächtelang im Labor gestanden hat. „Sie sind exzellente Experimentatoren, die begeistert an allen Reglern drehen, bis sie einen Effekt herauspräpariert haben.“ Der „humorvolle Vollblut-Theoretiker“ Glauber habe die theoretischen Grundlagen für diesen Zweig der so genannten Quantenoptik gelegt. „Wenn man heute ein Lehrbuch aufschlägt und wissen will, was Quantenoptik ist, kommt man an Glauber nicht vorbei“, betont Ertmer.

„Glauber war der Pionier und Türöffner“, urteilt Nobel-Juror Börje Johansson. „Er hat als erster begriffen, dass wir auch für das Licht eine komplette quantenmechanische Beschreibung brauchen. Hall und Hänsch haben das dann konsequent weitergeführt.“

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