Physik-Nobelpreis 2008
Im Porträt: Makoto Kobayashi

Ein Nobelpreisträger unter Schock: Makoto Kobayashi war vom Anruf des Nobel-Komitees am Dienstag völlig überrascht. Auf die Frage, was der Preis für ihn bedeute, hatte er überhaupt keine Antwort.

dpa STOCKHOLM/TOKIO. Makoto Kobayashi (64) war von dem Anruf des Nobelpreis-Komitees am Dienstag völlig überrascht: „Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich hab den Preis nicht erwartet“, stammelte er. Auf die Frage, was der Preis für ihn bedeute, hatte er überhaupt keine Antwort. Auf die Frage, ob er noch unter Schock stehe, sagte er nur: „Ja.“

Nachdem sich der erste Schock etwas gelegt haben dürfte, sagte er dem japanischen Fernsehsender NHK am späten Abend (Ortszeit) in einer Live-Sendung: „Ich fühle mich, als ob ich in die Vergangenheit zurückgeworfen wäre. Ich verspüre eine gewisse Distanz zwischen meinem damaligen Wirken und meinem heutigen Ich.“

Kobayashi wies darauf hin, dass seine wissenschaftliche Errungenschaft, für die ihn das Nobelkomitee nun ausgezeichnet hat, bereits über 30 Jahre zurückliegt. Zusammen mit Yoichiro Nambu, der 1970 die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen hatte, und Toshihide Maskawa erhält Kobayashi den Nobelpreis für fundamentale Erkenntnisse in der Teilchenphysik, die das Verständnis der Natur entscheidend verbessert haben.

„Wir haben dieses Schritt für Schritt erreicht, und das hat sich über meine ganze Karriere als Wissenschaftler erstreckt. Dass ich dieses Thema die ganze Zeit hindurch begleiten konnte, war eine fruchtbare Karriere“, erzählte Kobayashi seinen Mitbürgern live im nationalen Fernsehen. Wie Maskawa ist auch Kobayashi seinem Heimatland ein Leben lang forschend treugeblieben. Ebenso wie dieser studierte er auch an der Universität der Großstadt Nagoya, wo er 1972 seinen Doktor machte.

Später folgte Kobayashi seinem Kollegen zudem an die Universität der alten Kaiserstadt Kyoto, wo er als Assistent arbeitete und gemeinsam mit Kobayashi forschte. Als Assistenz-Professor ging Kobayashi 1979 an das Nationallabor für Hochenergiephysik in Tsukuba in der Nähe von Tokio. Dort wechselte er 1979 zum Teilchenbeschleuniger KEK, dessen Direktor er auch zeitweise war. Heute arbeitet er dort noch als sogenannter „Diamond Fellow“.

Auf die Frage, was er fortan noch vorhabe, sagte Kobayashi: „Ich möchte mich, solange ich noch kann, mit Wissenschaftlern in verschiedenen Bereichen austauschen und in verschiedenen Bereichen aktiv sein."

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