Physik-Nobelpreis 2008
Im Porträt: Toshihide Masakawa

Für Physik-Nobelpreisträger Toshihide Maskawa war das Thema Asymmetrien in der Teilchenphysik eigentlich längst erledigt. Dass er jetzt genau für diesen Forschungsbereich den Nobelpreis erhielt, nimmt der bescheidene Wissenschaftler eher beiläufig zur Kenntnis.

dpa STOCKHOLM/TOKIO. Toshihide Maskawa (68) war auch im Moment der größte Ehre weiter ganz Wissenschaftler. "Ehrlich gesagt war für uns Physiker der wichtigste Moment der, als in den Jahren 2002 und 2003 unsere Theorie durch Experimente als richtig bewiesen wurde", sagte der frischgebackene Physik-Nobelpreisträger am späten Abend Ortszeit auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz. Daher könne er sich auch "nicht so riesig freuen", ergänzte Maskawa, und seine Bescheidenheit wirkte glaubwürdig.

Den ihn bestürmenden Fotografen zuliebe riss der fröhliche Japaner dann doch noch kurz die Arme nach oben. Später fügte der stets freundlich lächelnde Forscher live im nationalen Fernsehen hinzu, der Nobelpreis sei eher eine "weltliche Sache".

Maskawa hat sein gesamtes Forscherleben in Japan verbracht. In der Präfektur Aichi auf der japanischen Hauptinsel Honshu geboren, studierte er in seiner Heimatstadt Nagoya Physik an der dortigen Universität, wo er 1967 seinen Doktor machte und anschließend als Assistent weiter arbeitete. 1970 wechselte er an die Universität Kyoto. Dort entstand gemeinsam mit seinen Fachkollegen Makoto Kobayashi und Yoichiro Nambu die Theorie über Asymmetrien in der Teilchenphysik, für die die Physiker in diesem Jahr den Nobelpreis erhalten.

Das Thema hätten sie alle bereits Ende der 70er Jahre abgeschlossen, sagte Maskawa. "Danach habe ich mich nicht mehr für das Thema interessiert, sondern für andere Themen", erzählte der Forscher.

Nach einem Intermezzo am Institut für Nuklearforschung der Universität Tokio (1976-1980), kehrte Maskawa 1980 nach Kyoto zurück: Dort übernahm er eine Professur am Yukawa-Institut für Theoretische Physik, das er von 1997 bis 2003 auch als Direktor leitete. Seit 2003 lehrt der emeritierte Professor an der Kyoto-Sangyo-Universität.

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