Physik-Nobelpreis 2008
Im Porträt: Yoichiro Nambu

Der US-Physiker Yoichiro Nambu ist seiner Zeit so weit voraus, dass selbst Kollegen ihm kaum folgen können. Der Japaner gilt als eine der führenden Figuren bei der Entwicklung der modernen Teilchenphysik.

dpa NEW YORK/CHICAGO. Der US-Physiker Yoichiro Nambu ist seiner Zeit so weit voraus, dass selbst Kollegen ihm kaum folgen können. Die Fachzeitschrift „American Scientific“ hatte den Physiker Bruno Zumino (Berkeley) 1995 mit den Worten zitiert: „Ich dachte, ich könnte einen Quantensprung von zehn Jahren schaffen, wenn es mir gelänge, Nambus Gedanken nachzuvollziehen. Also sprach ich lange mit ihm. Doch bis ich endlich verstand, was er mir gesagt hatte, waren zehn Jahre vergangen.“

Nambu kam 1921 im japanischen Fukui zur Welt, studierte an der Universität Tokio und promovierte dort 1952. Er lehrte Physik an der Universität Osaka, bevor er einem Ruf der Universität Chicago in die USA folgte. Dort ist er noch heute als emeritierter Professor aktiv.

Nambu gilt als führende Figur bei der Entwicklung der modernen Teilchenphysik. Er war unter anderen an der Erstellung des Han-Nambu-Modells beteiligt, das die Farbladung als zusätzliche Quark-Eigenschaft definiert, sowie an dem quantenfeldtheoretischem Nambu-Jona-Lasio-Modell. Darüber hinaus gilt er als einer der Väter der Stringtheorie.

Über seinen Anteil am diesjährigen Nobelpreis ist der 87-jährige Forscher „mächtig begeistert“, wie er am Telefon bekannte. „Das ist die Krönung“, schwärmte er. Zu den vielen anderen Preisen, mit denen er bisher ausgezeichnet wurde, gehören der Dannie-Heinemann-Preis 1970, der Oppenheimer Preis 1976, die National Medal of Science 1982, die Max-Planck-Medaille 1985 sowie der Wolf-Preis 1994/5.

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