Physikalisch-Technische Bundesanstalt
Jahr 2006 benötigt eine Extra-Sekunde

Die erste Stunde des neuen Jahres dauert eine Sekunde länger als normal. Nach sieben Jahren Pause ist nämlich wieder die Einfügung einer Schaltsekunde notwendig. Wer eine Funkuhr hat, kann den Vorgang vielleicht live beobachten.

HB BRAUNSCHWEIG. Nach 00.59 Uhr und 59 Sekunden wird es nicht gleich 01.00 Uhr, sondern es vergeht erst einmal eine Extrasekunde, die nicht angezeigt wird. Funkuhren erledigen die Sache automatisch. Wer eine ganz genau eingestellte herkömmliche Uhr hat, muss sie eine Sekunde lang anhalten, damit sie die richtige Zeit behält.

In Deutschland ist die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig für die Darstellung der gesetzlichen Zeit und mithin auch für die Einfügung der Schaltsekunde zuständig. Von den PTB-Atomuhren stammt das amtliche Zeitsignal, das von dem Langwellensender DCF77 in der Nähe von Frankfurt am Main ausgestrahlt wird.

Die Schaltsekunde ist vom Internationalen Erd-Rotations-Service (IERS) in Paris verordnet worden. Es handelt sich um die 23. Schaltsekunde seit der Einführung der koordinierten Weltzeit.

Schaltsekunden werden in unregelmäßigen Abständen notwendig, weil die Erde nicht so genau geht wie die hochmodernen Atomuhren. In dem alten Gassenhauer „Der Globus quietscht und eiert“ steckt ein bisschen Wahrheit. Der Erdball, der sich bei seinem Umlauf um die Sonne täglich einmal um sich selbst dreht, schwankt und torkelt dabei ein wenig und gerät damit ganz leicht aus dem Zeittakt. Das geschieht unregelmäßig und in nicht vorhersehbarem Ausmaß und kann nicht vorausberechnet werden. Zudem wird die Erdumdrehung auch als Folge der Gezeitenreibung stetig langsamer. Ebbe und Flut wirken als Bremse. In grauer Vorzeit waren die Tage also beträchtlich kürzer.

Als 1967 die Dauer der Atomsekunde festgelegt wurde, orientierte man sich an Daten aus der Vergangenheit, in der sich die Erde noch schneller drehte. Das führte dazu, dass die amtliche Zeit der Erde im Jahr 1972 schon zehn Sekunden voraus war. Damals entschloss man sich, gegebenenfalls Schaltsekunden einzuschieben, damit die Erde nicht mehr als plus/minus 0,9 Sekunden hinter der „richtigen“ Zeit herhinkt.

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