Physikalische Grenzen
Magnetisierte Kristalle als Datenspeicher

Berliner Wissenschaftler haben vielleicht die Grundlage für eine neue, effektive Art der elektronischen Datenspeicherung gelegt. Am Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie ist es gelungen, bestimmte Kristalle gezielt zu magnetisieren.

HB DÜSSELDORF. Ein elektrisches Feld schaltet die ferromagnetische Ordnung in den Kristallen an und ab. Dem Forscherteam gehörten auch Mitarbeiter des Hahn-Meitner-Instituts Berlin, der Universität Tübingen sowie des französischen Instituts Laue-Langevin an.

Die gebräuchlichsten Informationsspeicher sind Computerfestplatten . Sie legen wie bei den Kristallen Daten als magnetische Muster ab. Die Technik unterm Gehäuse erinnert an einen miniaturisierten Plattenspieler. Ein winziger Arm gleitet über eine drehende Scheibe und liest bzw. schreibt Daten mittels eines Magnetfeldes. Die Scheiben sind mit einer ferromagnetischen Substanz versehen, deren Polung – Nord/Süd, in „Computersprache“ 1/0 – die Information kodiert. Ein polbarer Bereich entspricht einer Informationseinheit, von denen es auf dem Datenträger Billionen gibt.

Mit der fortschreitenden Miniaturisierung der polbaren Bereiche zur Erhöhung der Speicherkapazität stößt man an physikalische Grenzen. Die Kontrolle der magnetischen Eigenschaften und damit der gespeicherten Daten durch andere Effekte als Magnetfelder ist daher eines der wichtigsten Ziele der Informationstechnik. Bei den Kristallen werden elektrische Felder benutzt. „Wir sehen als mögliche Anwendung nicht unbedingt kleinere Festplatten", erläutert Projektleiter Mafred Fiebig, „sondern eher eine erhöhte Stabilität der gespeicherten Daten.“ Die Forschungsergebnisse müssen nun auf dünne Materialfilme übertragen werden, wie sie in der Industrie eingesetzt werden.

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