Physiknobelpreisträger Schmidt
„Was vor dem Urknall war, fragen mich die Leute ständig“

Für die Erforschung des Alls erhält Brian Schmidt den Physiknobelpreis 2011. Für die Karriere umziehen, will er nicht. In der Freizeit bestellt er seinen Haus-Weinberg.
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Was hat sich in Ihrem Leben verändert, nachdem Sie Anfang Oktober jenen bedeutsamen Anruf aus Stockholm erhielten, wonach Sie einer der Physiknobelpreisträger sein werden?

Brian Schmidt: Ich war schon zuvor ziemlich beschäftigt, aber das Arbeitspensum jetzt ist verrückt. Früher habe ich jeden Tag um die 100 Mails bekommen, jetzt sind es 450, das ist echt hart. Andererseits treffe ich auch Leute wie Minister oder die Premierministerin, die sich für meine Arbeit interessieren. Ob ich mich als Person verändert habe? Am ersten Tag war ich schon ausgeflippt, aber eigentlich bin ich Brian geblieben, da hat sich nichts verändert. Und so soll es auch bleiben.

Sie wollen also weiter ihren Forschungen an der National University in Canberra nachgehen?

Angebote aus dem Ausland hatte ich auch schon vor der Nobelpreisbekanntgabe immer wieder bekommen, aber ich bin glücklich hier. Meine Frau hat einen guten Job, wir haben eine Farm und einen Weinberg, das sind Dinge, die will ich nicht ändern. Ich habe mich vorher schon gefragt: Was würde mich zu einem Umzug bewegen? Das wäre höchstens so etwas wie eine Bombe, die vom Himmel fällt. Aber es wäre nichts Positives, was mich hier wegbringt.

Sie haben einen eigenen Weinberg?

Außerhalb von Canberra, gut ein Hektar. Dort wächst Pinot Noir, auf Deutsch sagt man Spätburgunder. Ich genieße es, draußen zu arbeiten, meine Hände zu benutzen, etwas ganz anderes zu tun als während des Tages.

Und Sie erledigen die Arbeiten selbst?

Ich gehe raus und spritze, schneide die Pflanzen zurück, je nachdem was zu tun ist. Meine Familie hilft natürlich auch. Bei der letzten Ernte haben wir eine große Party mit Freunden und Kollegen vom Mount-Stromlo-Observatorium veranstaltet, die haben alle bei der Beerenlese geholfen. Ich habe die Trauben dann gepresst, da kommen schon einige Arbeitsstunden zusammen. Wir füllen auch selber ab, so um die 3.000 Flaschen pro Jahr. Das ist nicht viel, aber es soll auch nicht mehr werden. Wäre die Anbaufläche größer, könnte ich nicht mehr alles selber machen. Dann aber würde der Entspannungseffekt verloren gehen.

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  • "Wenn Du in der Politik bestehen willst, sei nie um eine Antwort verlegen und wenn sie noch so bloed ist." Motto fuer Regierungsmitglieder

  • Vor dem Urknall war ein schwarzes Loch was sich in die Singularitaet zurueckzog. Als es ihm in seiner Singularitaet zu eng wurde, hat es sich kurzerhand entschlossen sich mit einem Urknall Bewegungsraum zu verschaffen

  • Der Aequator faengt bei Greenwich an. Lernt jedes Kind in der Schule.

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