Plagiate
Mit dem Fotohandy auf Piratenjagd

Plagiate sind für Unternehmen vor allem im Geschäft mit Fernost immer wieder Grund zum Ärgernis. Auf Patent- und Markenschutz allein ist hier wenig Verlass. Ein Göttinger Unternehmen Stattdessen erprobt jetzt technische Lösungen, die den Raub des geistigen Eigentums erschweren oder unmöglich machen sollen.
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BERLIN. Die Ingenieure des Laborausstatters Sartorius erleben vor allem auf Spezialmessen in China regelmäßig unangenehme Überraschungen. Ohne Scheu werden Produkte ausgestellt, die leicht als Kopien des Göttinger Unternehmens zu erkennen sind. Werden die Hersteller der Plagiate zur Rede gestellt, fragen sie mitunter gar nach Rat, wie sie die Produkte verbessern können. „Hier ist eine andere Art von Rechtsempfinden deutlich erkennbar“, staunt Entwicklungsingenieur Swen Weitemeier.

Auf Patent- und Markenschutz allein will sich Sartorius nicht mehr verlassen. In einem Pilotprojekt werden für eine Laborwaage technischen Lösungsansätze erprobt, die den Raub des geistigen Eigentums erschweren oder unmöglich machen sollen. Damit zählt Sartorius zu einer wachsenden Zahl von Firmen, die sich nicht auf Paragrafen verlassen, sondern Technik einsetzen, um Nachahmer abzuwehren.

Gerade bei der Produkteinfuhr bietet sich Zöllnern nun eine gute Chance, mit technischer Hilfe Plagiate aufzuspüren. Die Firma Original1, hervorgegangen aus der SAP-Forschung und getragen unter anderem von Nokia und Giesecke & Devrient, will den Verantwortlichen ein einfaches Werkzeug an die Hand geben.

Grundlage ist die Serialisierung der Waren. Das heißt: Jedes einzelne Produkt ist anhand einer Nummer eindeutig zu identifizieren – ganz gleich, ob diese per Barcode oder per RFID-Funkchip am Produkt angebracht ist.

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  • Für mehr informationen einfach mal auf www.tecidentify.eu nachschauen.

  • Eindeutige identifizierbarkeit ist der richtige Weg!

    Die Serialisierung mit Abfrage über Handy oder internetplattform ist auch bereits seit 2 Jahren im freien Autoersatzteilmarkt produktiv im Einsatz und wird von mehreren namhaften Lieferanten genutzt. Die Lösung wurde von TecCom in Zusammenarbeit mit der CLEPA (Dachverband der europäischen Automobilzulieferer) und den Herstellern entwickelt.

  • Abwarten...

    bis chinesische Konzerne Huawei und ZTE mit staatliche subventionierten Dumpingpreisen die TK und iT Netze des Westens übernehmen, um so viel einfacher und subtiler Konstruktionsdetails direkt mitzulesen. in England, USA, indien wurden sie schon ertappt. Australien prüft gerade, ob sie überhaupt ihr neues Netz an die Chinesen vergeben sollen.

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