Planetenforschung Entstand der Mond aus vielen Möndchen?

Der Mond entstand durch die Kollision eines marsgroßen Protoplaneten mit der jungen Erde – so lautet die gängige Erklärung zur Entstehung des Erdtrabanten. Nun wollen Forscher eine plausiblere Theorie gefunden haben.
1 Kommentar
Nach gängiger Vorstellung entstand der Mond durch die Kollision eines Protoplaneten mit der jungen Erde. Doch es gibt auch andere Theorien. Quelle: Nasa
Kosmischer Crash

Nach gängiger Vorstellung entstand der Mond durch die Kollision eines Protoplaneten mit der jungen Erde. Doch es gibt auch andere Theorien.

(Foto: Nasa)

HeidelbergLaut vorherrschender Meinung entstand der Erdmond mit einem gewaltigen Knall. Ein etwa marsgroßer Protoplanet kollidierte mit der frühen Erde, enorme Mengen Materials wurden ins All geschleudert und verfestigten sich im Lauf der Zeit zu einer Kugel, die schließlich an ihren heutigen Platz migrierte. Dieses Szenario, das viele Eigenschaften des heutigen Monds hervorragend erklären kann, hat jedoch eine Schwachstelle.

Denn so unterschiedlich Mond und Erde aussehen mögen, so ähnlich sind sie sich aus chemischer Sicht. Wo aber verblieb dann das Material des Theia genannten Einschlagskörpers? Simulationen zufolge müsste sich ein Großteil davon im Mondgestein finden. Doch dann würden sich Erde und Mond chemisch stark unterscheiden.

Nasa zeigt den Mond von hinten
Der Mond von hinten
1 von 11

Aus einer Distanz von etwa 1,6 Millionen Kilometern hat der Satellit DSCOVR (Deep Space Climate Observatory) faszinierende Fotos von Erde und Mond aufgenommen. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa veröffentlichte am 6. August 2015 Bilder, die Mitte Juli gemacht wurden und die Rückseite des Mondes zeigen. Auf der Website der Nasa ist dazu eine kleine Animation zu sehen, wie der Mond an der Erde vorbeigleitet.

Wegen seiner sogenannten gebundenen Rotation wendet der Mond der Erde immer die gleiche Seite zu. Erstmals wurde seine Rückseite 1959 von der sowjetischen Sonde Lunik 3 erkundet.

Der ältere Cousin der Erde
2 von 11

Wissenschaftler der US-Raumfahrtbehörde Nasa haben im Juli 2015 einen erdähnlichen Planeten entdeckt. Der „Kepler-452b“ (hier eine Illustration der Nasa) getaufte Himmelskörper sei eine Art „größerer und älterer Cousin“ der Erde, teilten die Forscher bei einer Pressekonferenz mit. Der mit dem Weltraumteleskop „Kepler“ entdeckte Planet befinde sich in der bewohnbaren Zone nahe eines anderen sonnenartigen Sterns.

Wasser könnte dort flüssig sein - eine der Grundvoraussetzungen für Leben. Von allen bislang entdeckten Planeten ähnele „Kepler-452b“ bislang am meisten der Erde, sagte Nasa-Manager John Grunsfeld. „Dieses aufregende Ergebnis bringt uns einen Schritt näher zur Entdeckung einer Erde 2.0.“

Kepler-452b
3 von 11

Sein Durchmesser ist 60 Prozent größer als der der Erde. Gewicht und Zusammensetzung des Planeten haben die Forscher noch nicht genau bestimmen können, die Wahrscheinlichkeit sei aber hoch, dass er felsig sei. Der neu entdeckte Planet ist fünf Prozent weiter von seinem sonnenartigen Stern „Kepler-452“ entfernt, als die Erde von der Sonne. Er braucht 385 Tage, um den Stern einmal zu umrunden. Der Stern „Kepler-452“ ist sechs Milliarden Jahre alt - 1,5 Milliarden Jahre älter als unsere Sonne - und 20 Prozent heller.

Das „Kepler-452“-Sonnensystem liegt im Sternbild Schwan rund 1400 Lichtjahre von unserer Erde entfernt. „Es ist beeindruckend, wenn man sich vorstellt, dass dieser Planet sechs Milliarden Jahre in der bewohnbaren Zone eines Sterns verbracht hat, länger als die Erde“, sagte Nasa-Wissenschaftler Jon Jenkins. „Das ist eine wesentliche Möglichkeit für die Entstehung von Leben – wenn denn alle wesentlichen Voraussetzungen und Konditionen dafür auf diesem Planeten existieren.“

Die Erde voll im Blick
4 von 11

Dieses Bild hat Seltenheitswert. Denn so vollkommen von der Sonne erleuchtet, kann die Erde nur ganz selten eingefangen werden. Das letzte Mal gelang das den Apollo-17-Astronauten 1972. Das Foto - "Blue Marble" genannt - ist legendär. Die neue Aufnahme wurde jetzt vom Satelliten Deep Space Climate Observatory (DSCOVR) aus einer Entfernung von über eine Million Kilometer gemacht. Die Kamera EPIC schoss dieses Farbfoto. Das ist die Abkürzung für "Earth Polychromatic Imaging Camera" - eine Kombination aus 4-Megapixel-Kamera und Teleskop. Das Bild ist zusammengesetzt aus drei Einzel-Aufnahmen mit unterschiedlichen Filtern (von Ultraviolett bis Nah-Infrarot).

Die Sonne in Ultraviolett
5 von 11

Dieses beeindruckende Bild der Sonne vom 15. Juli 2015 wurde von Nasas Raumsonde Solar TErrestrial RElations Observatory Ahead (STEREO-A) mit einem Ultraviolet-Imager aufgenommen. Die Mission des Projekts ist genau das: Bilder von den Lichtwellen der Sonne einzufangen, die wir mit dem menschlichen Auge nicht erkennen können.

Pluto hat ein Herz
6 von 11

Der Besuch der Raumsonde New Horizons beim Zwergplaneten am Rande unseres Sonnensystems war am 14. Juli 2015 ein Großereignis für Planetenforscher weltweit. Das erste Bild, das die Nasa der Welt dann von Pluto zeigte, beeindruckte und weckte Emotionen. Aus rund 12.000 Kilometer entstand das erste richtig nahe und scharfe Bild, auf dem auch Oberflächenstrukturen des einstigen neunten Planeten zu erkennen sind.

>>Hier sehen Sie weitere Pluto-Bilder

Skurrile Mars-Landschaft
7 von 11

Aureum Chaos Region heißt das Gebiet auf dem Mars, das hier von einer Kamera des HiRISE, dem High Resolution Imaging Science Experiment, aufgenommen wurde. Diese faszinierende Aufnahme des hell-getönten Bodensatzes, das auf dem Mars ein Gebiet von 368 Kilometern ausmacht, wurde von Nasas Mars Reconnaissance Orbiter im Januar 2015 zur Erde geschickt.

Zur Lösung dieses Problems haben Wissenschaftler diverse Zusatzannahmen entwickelt, etwa einen besonderen Aufprallwinkel und bestimmte Prozesse, die nach dem planetaren Crash stattfanden. Sie haben zur Folge, dass das Material von Theia beispielsweise im Innern der Erde verschwindet oder sich das Material beider Körper komplett vermischt.

Ein alternatives Szenario, das (bislang) ohne rettende Zusatzannahmen auskommt, präsentieren nun Forscher um Raluca Rufu vom Weizmann Institute of Science im israelischen Rehovot. Genauer gesagt beleben sie dafür eine ältere Theorie, die gegenüber dem Theia-Szenario ins Hintertreffen geraten war.

Demnach kollidierten dutzende kleinere Körper mit der frühen Erde und schleuderten dabei sukzessive das heutige Mondgestein ins All. Nach jedem Aufprall bildete sich aus der Auswurfmasse zunächst eine Scheibe um die Erde, die sich zu einem „Möndchen“ (englisch: moonlet) verfestigte. Diese Protomonde drifteten dann von der Erde weg und vereinigten sich mit dem wachsenden Mond. Über Millionen von Jahren entstand dadurch der heutige Erdtrabant.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Volltreffer und Streifschüsse
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Planetenforschung - Entstand der Mond aus vielen Möndchen?

1 Kommentar zu "Planetenforschung: Entstand der Mond aus vielen Möndchen?"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr Mark Hoffmann11.01.2017, 15:09 Uhr
    Es langt schon, wenn wir mit der Grün-Sozialistischen Merkel wieder in einen grün-linken"Nazi-Deutschland" wieder angekommen sind.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%