Planetenforschung
Merkur auf Kollisionskurs?

Sonne und Jupiter zerren beide an Merkur. Schon eine winzige Bahnabweichung würde den Planeten auf einen Crashkurs durch das Sonnensystem schicken. Könnte er dabei vielleicht sogar die Erde zerschmettern?

HeidelbergUnser innerster Planetennachbar Merkur zieht heute schon auf einer sehr stark elliptischen Bahn seine Kreise um die Sonne. Und das könnte sich noch weiter verstärken, da nicht nur die Sonne an ihm zerrt, sondern auch die Gravitation von Jupiter, dem größten Planeten im Sonnensystems.

Manche Astronomen vermuten, dass der Einfluss des Gasplaneten ausreichen könnte, um Merkur endgültig aus seiner Bahn zu werfen: Er könnte dann durch das innere Sonnensystem in Richtung Jupiter driften – und auf seinem Weg auch unsere Erde gefährden, weil er mit ihr zusammenstößt oder Venus beziehungsweise Mars auf einen Crashkurs schickt.

Wenn überhaupt, so täte dieses Szenario allerdings erst in Milliarden von Jahren ein. Dennoch beschäftigen sich heute schon Wissenschaftler wie Richard Zeebe von University of Hawaii in Manoa mit diesem Gedankenspiel. Sie berechnen, wie sich die Planetenkonstellationen über die Äonen hinweg verändern könnten – in Zeebes Fall mit einem vorläufig beruhigenden Ergebnis.

Zeebe und Kollegen hatten die einmalige Gelegenheit, den neuen Supercomputer ihrer Universität sechs Wochen lang ununterbrochen für ihre Simulationen nutzen zu dürfen: Zukünftig wird wohl kein Wissenschaftlerteam mehr so lange an einem einzigen Projekt arbeiten dürfen. In dieser Zeit absolvierten die Forscher 1600 Zeitläufe, in denen Merkur jeweils von einer geringfügig veränderten Position in seinem Lauf um die Sonne startete.

In keinem der untersuchten Fälle reichte Jupiters Schwerkraft aus, um Merkur auf eine noch extremere Bahn zu zwingen, die ihn in die Nähe unseres eigenen Orbits brachte: In den nächsten fünf Milliarden Jahren soll uns demnach von dieser Seite keine Gefahr drohen.

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Merkur auf Kollisionskurs?

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Ein ziemliches Spektakel

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