Planetenforschung
Nasa-Sonde erreicht den Merkur

Zum ersten Mal kreist eine Raumsonde um den kleinsten Planeten des Sonnensystems. In der Nacht zu Freitag erreichte die Nasa-Sonde Messenger den Merkur.
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DüsseldorfPremiere im All: Zum ersten Mal in der Geschichte der Raumfahrt umkreist eine Sonde den Planeten Merkur.

Nach einer rund 7,9 Milliarden Kilometer langen Reise trat die Nasa-Sonde Messenger in der Nacht zum Freitag in einen elliptischen Orbit ein. „Nahezu perfekt“, zitierte die „Baltimore Sun“ John Finnegan von der Johns Hopkins University in Maryland, der zu den führenden Köpfen der Mission gehört.

Die Sonde soll nun den innersten Planeten unseres Sonnensystems zwölf Monate lang studieren. Die Umlaufbahn bringt Messenger bis zu 200 Kilometer nahe an Merkur heran, zu anderen Zeitpunkten ist sie wiederum mehr als 15.000 Kilometer entfernt.

Mit sieben verschiedenen Instrumenten soll die Sonde die Zusammensetzung der Atmosphäre und Oberfläche des Planeten erforschen und eine Art Landkarte anfertigen. Die Wissenschaft erhofft sich unter anderem Informationen über das magnetische Feld des Planeten, über seinen Kern und darüber, ob es in den ständig im Schatten liegenden Kratern an Merkurs Polen Wassereis gibt.

Messenger war sechseinhalb Jahre unterwegs. Auf der Reise umkreiste die Sonde 15 Mal die Sonne, flog einmal an der Erde vorbei, zweimal an Venus und dreimal an Merkur. Diese Manöver sollten ihre Geschwindigkeit genug drosseln, um sie schließlich in eine Umlaufbahn um den Planeten zu bringen.

Schon bei ihren Vorbeiflügen an Merkur hatte Messenger einen großen Teil der Oberfläche kartographiert und viele atemberaubende Bilder zur Erde geschickt. Es waren die ersten detaillierteren Informationen über Merkur, seit die Nasa-Sonde Mariner 10 den Planeten in den Jahren 1974 und 1975 passiert hatte. Aber das, so sagen Nasa-Forscher, waren nur „Probeaufführungen“ im Vergleich zur Erkundungsmission von Messenger, die jetzt begonnen hat.

Thomas Trösch
Thomas Trösch
Handelsblatt / Redakteur Wissenschaft + Technik
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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