Planetenforschung
Nasa will Curiosity-Zwilling auf den Mars schicken

Nach den ersten Erfolgen des Marsrovers Curiosity haben die Nasa-Verantwortlichen Lust auf mehr bekommen. Sie planen schon den nächsten Start eines Mars-Gefährts – allerdings mit deutlich geringerem Kostenaufwand.  
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WashingtonNach den ersten Erfolgen der Marsmission Curiosity will die US-Raumfahrtbehörde Nasa im Jahr 2020 den nächsten Rover zum Roten Planeten schicken. „Mit dieser Mission stellen wir sicher, dass Amerika die weltweit führende Nation bei der Erforschung des Mars bleibt“, erklärte Nasa-Chef Charles Bolden am Dienstag (Ortszeit). Die Ankündigung erfolgte einen Tag nach der Mitteilung, dass Curiosity bei seiner Mission auf organische Verbindungen gestoßen sei, die auf Leben auf dem Roten Planeten hindeuten könnten.

Um Kosten zu sparen, sollen sich die Ingenieure dabei der Baupläne von Curiosity bedienen. Zudem sollen nach Möglichkeit Ersatzteile des Vorgängermodells wiederverwendet werden. Dadurch können laut Nasa-Wissenschaftsdirektor John Grunsfeld die Kosten für diese neue Rover-Mission nach derzeitigen Berechnungen auf rund 1,5 Milliarden Dollar (gut 1,1 Milliarden Euro) gedrückt werden.

Das wäre rund eine Milliarde Dollar weniger als die zunächst auf zwei Jahre angelegte Curiosity-Mission verschlingt, deren Kosten allerdings wegen Verzögerungen beim Bau aufgrund technischer Probleme in die Höhe geschnellt waren. Über die Wissenschaftsinstrumente, die der neue Roboter an Bord haben soll, wird Grunsfeld zufolge noch beraten.

Wo genau der Zwillingsroboter auf dem Mars landen soll, steht ebenfalls noch in den Sternen. Wünschenswert wäre allerdings, dass der neue Rover anders als Curiosity"mindestens Bodenproben und Gestein von der Oberfläche des Mars' mit auf die Erde nehmen könnte, so Grunsfeld.

Curiosity war Anfang August auf dem Roten Planeten gelandet. Seitdem sucht der teuerste Forschungsroboter, der jemals auf dem Mars aufgesetzt hat, dort nach Spuren von Leben - und hat bereits mehrere kleinere Erfolgsmeldungen verkündet. So entdeckte das rollende Forschungslabor zum Beispiel ein ausgetrocknetes Flussbett.

Neben Curiosity hat die Nasa auch noch den 2003 gelandeten Rover Opportunity auf dem Mars im Einsatz sowie zwei Sonden, die den Planeten umkreisen. Zusätzlich sind bis 2018 Missionen unter anderem zur Erforschung der höher gelegenen Mars-Atmosphäre geplant, einige davon in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumbehörde Esa.

 
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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