Plastik-Implantate
Kunststoff hilft Ärzten und Patienten

Es gibt Kunststoffe, die haben ein Gedächtnis. Mediziner wollen solche Plastik-Implantate nutzen, um minimal-invasive Eingriffe zu erleichtern, Diabetikern zu helfen und Tabletten zu ersetzen. Doch auch für Kunststoff-Implantate gilt: Wer in der Medizin erfolgreich sein will, braucht einen langen Atem.

BERLIN. SMP, „Shape Memory Polymeres“, sind besondere Kunststoffe: Sie haben ein Gedächtnis. Durch einen äußeren Anreiz, etwa eine höhere Temperatur, nimmt das Material wieder seine ursprüngliche Form an.

Das Unternehmen mNemoscience aus Aachen will diese Eigenschaft nutzen und einen Stent aus Kunststoff produzieren. Solche Stützröhrchen werden Herz-Kreislauf-Patienten in die Blutgefäße des Herzens implantiert, damit diese nicht wieder verstopfen. Die nur wenige Millimeter großen Kunststoff-Stents könnten mit einem Katheter in den Körper gebracht werden. Erst dort würden sie sich in dem benötigten Durchmesser ausdehnen. Der Eingriff verläuft damit schonender als mit den Stents aus Metall. Die bleiben außerdem dauerhaft im Körper. Oft zeigen sie auch noch nach Jahren Nebenwirkungen oder können sogar selbst wieder verstopfen. Die Kunststoff-Stents dagegen würden sich sogar nach abgeschlossener Heilung selber abbauen.

„Minimal-invasive Techniken haben die Medizin schon revolutioniert und werden es weiter tun“, sagt Christian Palme, Geschäftsführer von mNemoscience. Er geht davon aus, dass seine Stents 2010 marktreif sein werden.

In vielen Bereichen des Körpers sind Kunststoff-Implantate auf dem Vormarsch. Medtronic aus Düsseldorf beispielsweise produziert eine implantierbare Pumpe für Diabetes-Patienten, mit der Insulin bedarfsgerecht dosiert werden kann. Die Pumpe gibt kontinuierlich kleine Dosen Insulin ab und hält den Stoffwechsel stabil. Der Patient kann im Alltag wesentlich besser mit seiner Krankheit leben, Langzeitschäden wie Erblindung oder Nierenversagen wird wirkungsvoller vorgebeugt.

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