Pluto-Sonde New Horizons
Eisige Welten in Nahaufnahme

Die Freude über die „Punktlandung“ der Pluto-Sonde New Horizons hat sich kaum gelegt, da begeistern die ersten Bilder der fernen Welt Forscher und Pluto-Fans. Sie enthüllen etliche Überraschungen.
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BerlinDas Warten hat sich gelohnt: Die ersten Bilder, die die Raumsonde New Horizons nach ihrem Vorbeiflug an Pluto zur Erde funkte, begeistern die Wissenschaftler. Mehr als neun Jahre mussten sie sich gedulden, so lange dauerte der Flug des Raumschiffs zu dem fernen Himmelskörper, der beim Start der Sonde noch einer von neun Planeten unseres Sonnensystems war, mittlerweile aber nur noch als Zwergplanet eingestuft wird.

Kaum hatte sich bei den Nasa-Verantwortlichen die erste Begeisterung über die „Punktlandung“ der Sonde nach einer Reise von mehr als fünf Milliarden Kilometern etwas gelegt, da sorgten die eintreffenden Bilder bereits wieder für helle Aufregung. „Home run!“ so Alan Stern, Leiter des Forschungsteams von New Horizons. „New Horizions liefert schon jetzt erstaunliche Resultate.“ Dabei ist der größte Teil der beim Vorbeiflug am Dienstag gesammelten Daten und Bilder noch in der Sonde gespeichert und wird erst in den kommenden Wochen und Monaten zur Erde gefunkt.

Zu den bereits gesendeten Highlights zählt eine Nahaufnahme aus einem Gebiet innerhalb einer herzförmigen Region, die schon auf Pluto-Bildern bei der Annäherung der Sonde entdeckt worden war und von den Nasa-Forschern zu Ehren des Entdeckers von Pluto Tombaugh-Region getauft wurde. Überraschenderweise fanden sich in dem rund 80 Kilometer großen Gebiete praktisch keine Krater, dafür Berge von bis zu 3,5 Kilometer Höhe.

Die Höhenzüge sind mit Methaneis und gefrorenem Stickstoff überzogen – Folge der eisigen Temperaturen auf Pluto, wo es derzeit etwa minus 230 Grad Celsius kalt ist. Das Fehlen von Kratern deutet darauf hin, dass das Gebiet nach geologischen Maßstäben sehr jung ist – vermutlich jünger als 100 Millionen Jahre. „Damit ist es eine der jüngsten Oberflächen, die wir im Sonnensystem kennen“, so Jeff Moore, Geologe im New-Horizons-Team. Zum Vergleich: Unser Sonnensystem hat ein Alter von etwa 4,5 Milliarden Jahren.

Welche Kräfte diese Berglandschaft formten, können die Forscher noch nicht sagen. Anders als bei einigen der Eismonde im Sonnensystem, die durch die Gravitation großer Planeten „durchgeknetet“ werden, scheiden gravitative Kräfte bei Pluto aus. „Das muss uns zu neuen Überlegungen führen, was die geologischen Prozesse in fernen Eiswelten antreibt“, so der Nasa-Geologe John Spencer.

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Tiefe Schluchten auf Charon

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