Pluto-Sonde New Horizons Eisige Welten in Nahaufnahme

Die Freude über die „Punktlandung“ der Pluto-Sonde New Horizons hat sich kaum gelegt, da begeistern die ersten Bilder der fernen Welt Forscher und Pluto-Fans. Sie enthüllen etliche Überraschungen.
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Der Ausschnitt aus der herzförmigen Pluto-Region zeigt Berge, aber keine Krater. Er hat einen Durchmesser von etwa 80 Kilometern. Quelle: ap
Plutos bergige Oberfläche

Der Ausschnitt aus der herzförmigen Pluto-Region zeigt Berge, aber keine Krater. Er hat einen Durchmesser von etwa 80 Kilometern.

(Foto: ap)

BerlinDas Warten hat sich gelohnt: Die ersten Bilder, die die Raumsonde New Horizons nach ihrem Vorbeiflug an Pluto zur Erde funkte, begeistern die Wissenschaftler. Mehr als neun Jahre mussten sie sich gedulden, so lange dauerte der Flug des Raumschiffs zu dem fernen Himmelskörper, der beim Start der Sonde noch einer von neun Planeten unseres Sonnensystems war, mittlerweile aber nur noch als Zwergplanet eingestuft wird.

Kaum hatte sich bei den Nasa-Verantwortlichen die erste Begeisterung über die „Punktlandung“ der Sonde nach einer Reise von mehr als fünf Milliarden Kilometern etwas gelegt, da sorgten die eintreffenden Bilder bereits wieder für helle Aufregung. „Home run!“ so Alan Stern, Leiter des Forschungsteams von New Horizons. „New Horizions liefert schon jetzt erstaunliche Resultate.“ Dabei ist der größte Teil der beim Vorbeiflug am Dienstag gesammelten Daten und Bilder noch in der Sonde gespeichert und wird erst in den kommenden Wochen und Monaten zur Erde gefunkt.

Man trägt jetzt New Horizons
Jubel über New Horizons
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Jubel im New-Horizons-Kontrollzentrum des Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory in Laurel (US-BundesstaatMaryland). Die Nasa-Sonde hat ihren geglückten Besuch beim Zwergplaneten Pluto am Mittwochmorgen per Signal bestätigt.

Alles wie geplant
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„Wir haben ein gesundes Raumschiff“, sagte Nasa-Managerin Alice Bowman (l.) nach dem Empfang des Signals. „Alles ist so, wie wir es geplant und geübt haben.“

New Horizons passiert Pluto
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Die rund 500 Kilogramm schwere Sonde (hier eine Nasa-Illustration) näherte sich dem Pluto bis auf 12.000 Kilometer und untersuchte ihn mit sieben wissenschaftlichen Instrumenten, während sie mit 50.000 Kilometern pro Stunde an dem Zwergplaneten vorbeiraste. Der etwa minus 230 Grad kalte Pluto ist eine Art Eiszwerg, wie sie zu Zigtausenden bei der Entstehung des Sonnensystems übrig geblieben sind und seitdem den sogenannten Kuipergürtel in den Außenbezirken des Sonnensystems bilden.

Gespannte Erwartung
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Gespannte Blicke im Kontrollzentrum, wo...

Warten auf das erlösende Signal
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...jeder auf seine Weise dem erlösenden Signal entgegenfieberte.

Pluto (l.) und sein Mond Charon
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In den Stunden vor dem Vorbeiflug hatte New Horizons schon Bilder von Pluto und seinem größten Mond Charon zur Erde gefunkt.

Letztes Bild von Pluto
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Das letzte Bild, das die Sonde vor der Pluto-Passage zur Erde schickte, lässt zahlreiche Details auf der Oberfläche des Zwergplaneten erkennen.

Zu den bereits gesendeten Highlights zählt eine Nahaufnahme aus einem Gebiet innerhalb einer herzförmigen Region, die schon auf Pluto-Bildern bei der Annäherung der Sonde entdeckt worden war und von den Nasa-Forschern zu Ehren des Entdeckers von Pluto Tombaugh-Region getauft wurde. Überraschenderweise fanden sich in dem rund 80 Kilometer großen Gebiete praktisch keine Krater, dafür Berge von bis zu 3,5 Kilometer Höhe.

Die Höhenzüge sind mit Methaneis und gefrorenem Stickstoff überzogen – Folge der eisigen Temperaturen auf Pluto, wo es derzeit etwa minus 230 Grad Celsius kalt ist. Das Fehlen von Kratern deutet darauf hin, dass das Gebiet nach geologischen Maßstäben sehr jung ist – vermutlich jünger als 100 Millionen Jahre. „Damit ist es eine der jüngsten Oberflächen, die wir im Sonnensystem kennen“, so Jeff Moore, Geologe im New-Horizons-Team. Zum Vergleich: Unser Sonnensystem hat ein Alter von etwa 4,5 Milliarden Jahren.

Welche Kräfte diese Berglandschaft formten, können die Forscher noch nicht sagen. Anders als bei einigen der Eismonde im Sonnensystem, die durch die Gravitation großer Planeten „durchgeknetet“ werden, scheiden gravitative Kräfte bei Pluto aus. „Das muss uns zu neuen Überlegungen führen, was die geologischen Prozesse in fernen Eiswelten antreibt“, so der Nasa-Geologe John Spencer.

Tiefe Schluchten auf Charon
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