Praktische Hilfe: Textilien schützen vor Handystrahlen

Praktische Hilfe
Textilien schützen vor Handystrahlen

In der anhaltenden Diskussion um Mobiltelefone und Strahlenbelastung hat ein Garnhersteller aus dem Allgäu jetzt vielleicht die Lösung parat. Sie entwickelten eine Faser, die nicht nur sicher, sondern auch tragbar erscheint.

(mx) DÜSSELDORF.Die aktuelle Debatte zur Handystrahlung ruft auch die Bekleidungsindustrie auf den Plan: Spezielle Textilgewebe sollen die Strahlung vom Körper fern halten – so das Versprechen des Garnherstellers Zimmermann aus Simmerberg im Allgäu. „Der E-Blocker schirmt fast 100 Prozent der Handystrahlung ab“, verspricht Zimmermanns PR-Managerin Lilian Thau. Da der reflektierende Stoff nur zur Körperseite hin angebracht werde, beeinträchtige er nicht die Funktion des Mobiltelefons. Zugleich sei das Gewebe waschbar, vernünftig zu bügeln, reinigungsbeständig – und es verfüge über eine textile Haptik.

„Wenn solche Stoffe nicht zu kleinflächig angebracht werden, schirmen sie tatsächlich die Strahlung fast komplett ab“, bestätigt Peter Pauli, Professor für Hochfrequenz- und Mikrowellentechnik an der Münchner Universität der Bundeswehr. Für „besonders sensible Personen“, etwa Träger von Herzschrittmachern, könne der Reflektor sinnvoll sein. Seit Jahren testet Pauli solche Stoffe – sei es in ganzen Anzügen, Sakko-Innentaschen, Mützen oder Unterhemden. „Sie basieren stets auf Garnen, die mit Silber ummantelt sind. Auch vom Tragekomfort her gibt es keine Bedenken“, sagt der Experte.

Neben Zimmermann ist auch die Schweizer Firma Spoerry mit ihrem Gewebe Swiss Shield am Markt aktiv – und bietet auch Gardinen oder Stoffe für Himmelbetten. Ob der Aufwand im Sinne der Risikovorsorge nötig ist, ist nicht eindeutig erwiesen. Das Bundesamt für Strahlenschutz rät immerhin zu einem besonnen Umgang mit Handystrahlung. „Die Verbraucher sind jedenfalls aufgescheucht“, sagt Pauli. 66,6 Prozent der Bevölkerung würden beim Einkauf auf Elektrosmog-Schutzfunktionen achten, ergab eine Studie der Bekleidungsindustrie.

Die Mode-Branche reagiert: Anbieter wie Bäumler, Lodenfrey, Mephisto oder Rosner verwenden bereits die E-Blocker, die Firma Hans Angerer bietet Nachrüstpatches. Zur Cebit will das Hamburger Start Up Mahoki zudem die nach eigenen Angaben erste Handytaschen-Linie vorstellen, die mit E-Blocker vor dem eigenen Mobilgerät schützt.

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