„Private Exzellenzinitiative“
Kaffee-Milliardär rettet Bremer Privatuni

Es ist die reichhaltigste Schenkung in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg: Der aus der Kaffee-Dynastie Jacobs stammende Klaus Jacobs stiftet der klammen International University Bremen 200 Millionen Euro. Der Dank der privaten Hochschule an den edlen Spender ist der wohl öffentlichkeitswirksamste, den man sich denken kann.

HB BREMEN. Die Spende der Schweizer Jacobs Foundation sichert der jungen Privathochschule das Überleben. Wie die IUB mitteilte, sollen in den nächsten fünf Jahren zunächst jährlich 15 Millionen Euro für den Ausbau von Lehre und Forschung fließen. Im Jahr 2011 soll die Stiftung zusätzlich 125 Millionen Euro zahlen. Zum Dank benennt sich die IUB um in "Jacobs University Bremen".

Klaus J. Jacobs betonte, er sehe seine Schenkung als Signal dafür, was privates Engagement zu leisten imstande ist. "Und natürlich hoffe ich, durch dieses Beispiel auch den Anstoß für weitere private Initiativen in der Wissenschaftsförderung zu geben." IUB-Präsident Joachim Treusch kündigte bei der Bekanntgabe der Schenkung an: "Wir werden die IUB thematisch stärker fokussieren, noch stärker wissenschaftlich und wirtschaftlich vernetzen und damit eine größtmögliche Praxisrelevanz erzielen. Das große Engagement der Jacobs Foundation bestätigt das Vertrauen in unseren Weg"

Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) wertete die Unterstützung als höchst wirkungsvolle Ergänzung der staatlichen Exzellenzinitiative. Die Schenkung biete die Chance, Bremen als herausragenden Wissenschaftsstandort auszubauen. In der ersten Runde der Exzellenzinitiative war die staatliche Bremer Uni in den Endausscheid gekommen und macht sich nun Hoffnung auf die Endrunde. Bis dorthin schaffte es auch eine Graduiertenschule für Sozialwissenschaftler, die gemeinsam mit der IUB konzipiert worden war.

Das Land hatte die private Universität mit 110 Millionen Euro angeschoben. Die Erfolge der seit fünf Jahren bestehenden Bildungseinrichtung mit inzwischen 1 000 Studenten wurden jedoch überschattet durch Geldmangel. Dieser rührt vor allem daher, dass nur ein Bruchteil der Studenten die vollen Gebühren zahlt. An privaten Spenden sammelt die IUB seit ihrer Gründung 70 Millionen Euro ein, allein 20 Millionen davon vom Versorger Eon. Die Jacobs Foundation hatte die IUB bereits mit 10 Millionen Schweizer Franken unterstützt.

Der 69-jährige Wahl-Schweizer Jacobs wurde in Bremen geboren, lebt in England und ist Verwaltungsratspräsident der Zeitarbeits-Gruppe Adecco. Den Konzern Jacobs Suchard verkaufte er 1990 an Philip Morris. Bremens Bildungssenator Willi Lemke (SPD) sagte, Jacobs' Schenkung sei die größte Spende, die bislang in Europa von einem privaten Stifter an eine wissenschaftliche Einrichtung vergeben worden sei. Die IUB wurde im September 2001 und war die erste große, an angelsächsischen Prinzipien ausgerichtete Eliteuniversität Deutschlands.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%