Probleme am Panama-Kanal Mit Ach und Krach durch die Schleuse

Vor gut sieben Monaten wurde der erweiterte Panama-Kanal eröffnet – mit großen Fanfaren und viel Prominenz. Doch die runderneuerte Wasserstraße kämpft nach wie vor mit einem gravierenden Problem.
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Manche Schiffe ecken in den neuen Schleusen der ausgebauten Wasserstraße an. Quelle: AP
Schleuse am Panama-Kanal

Manche Schiffe ecken in den neuen Schleusen der ausgebauten Wasserstraße an.

(Foto: AP)

CocoliDas mit mehr als 6000 Containern beladene Schiff „Ever Living“ sollte die Schlussetappe seiner Reise durch den erweiterten Panama-Kanal antreten, doch dann passierte es: Das letzte der massiven Schleusentore aus Stahl öffnete sich nicht ganz. Die Kapitäne des Schiffes und der Schlepper entschieden sich, den Weg durch die verengte Passage zu versuchen – was dann nach nervenaufreibenden Minuten mit Ach und Krach gelang.

„So etwas sollte nicht vorkommen“, sagt Mauricio Perez, der eines der Schlepperboote gesteuert hat. „Manchmal bleibt uns nichts anderes übrig als zu beten.“

Gut sieben Monate ist es her, dass der erweitere Panama-Kanal vom Atlantik zum Pazifik mit viel Fanfaren eröffnet wurde. Nach neun Jahren Bauzeit und Kosten von 5,25 Milliarden US-Dollar (rund 4,93 Milliarden Euro) sollte nun auch größeren Schiffen die Passage durch die Landenge von Panama ermöglicht werden.

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Der bislang wohl teuerste Zerstörer der US-Marine ist im Panamakanal liegengeblieben. Nach Antriebsproblemen bei der Durchfahrt sei das Militärschiff „USS Zumwalt“ zur Reparatur zu einem ehemaligen US-Marinestützpunkt am pazifischen Zugang der Wasserstraße geschleppt worden, berichtete das US Naval Institute auf seinem Nachrichtenportal „USNI News“.

Das letzte Foto der USS Zumwalt (am 20. November in Kolumbien)
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Nach Militärangaben könnten die Reparaturen bis zu zehn Tage dauern. Die jetzige Panne ist nicht die erste des Schiffs, das erst im Mai seinen Konstruktionshafen verlassen hatte. Bereits im September musste es laut „USNI News“ repariert werden, nachdem die Crew ein Meerwasserleck im Antriebssystem entdeckt hatte.

Das ist die USS Zumwalt
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Die Pannen sind umso aufsehenerregender, da die USS Zumwalt der größte Zerstörer der Welt ist. Das Schiff wurde Mitte 2016 in Betrieb genommen. Schon die Eckdaten definieren die Zumwalt als Zerstörer der Superlative...

Die Eckdaten
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Der Zerstörer ist 183 Meter lang und 15.000 Tonnen schwer. Das Schiff ist die wichtigste Neuentwicklung der U.S. Navy.

Neue Schiffsklasse
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Die „USS Zumwalt“ ist das erste Exemplar einer neuen Zerstörer-Klasse, mit der die US-Marine ihre Vorherrschaft auf den Weltmeeren über das Jahr 2020 hinaus sichern will.

Neueste Technologie
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Das Schiff verfügt über Elektroantrieb, neue Radar- und Sonar-Geräte, und Dutzende Waffensysteme. Unter den Schaulustigen der Jungfernfahrt in Fort Popham an der Mündung des Kennebec im Bundesstaat Maine (Bild von Dezember 2015) waren Schiffsbauer und Seeleute. Benannt wurde der Zerstörer nach dem US-Admiral Elmo Zumwalt (1920-2000).

Hightech-Schiff
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An Bord des neuen Zerstörers läuft vieles automatisiert ab, so kann das Kriegsschiff mit einer viel kleineren Crew in See stechen als üblich. Rund 140 Mann sollen reichen, um die USS Zumwalt zu navigieren. Zum Vergleich: Schiffe der moderneren „Arleigh-Burke“-Klasse brauchen noch deutlich über 300 Mann.

Aber bis jetzt ist es nicht gelungen, ein erhebliches Problem voll in den Griff zu bekommen. Immer noch kratzen Schiffe an den Schleusenwänden entlang, nutzen vorzeitig Vorrichtungen ab, die dazu gedacht sind, die Schiffe und die Schleusen selber zu schützen.

Reporter der Nachrichtenagentur AP reisten kürzlich auf einem der Schleppboote mit, die den Frachter „Ever Living“ durch die Cocoli-Schleuse in Richtung Pazifik lotsten. Auf dem Weg konnte man gleich mehrere Stellen sehen, an denen die Gummipuffer der Wände verschlissen waren, ins Wasser hingen oder sogar ganz fehlten.

Schon vor der Eröffnung des Kanals Ende Juni 2016 hatten Schlepperkapitäne die Besorgnis geäußert, dass Besatzungen auf dem Weg durch neue Schleusen Manöver durchführen müssten, für die sie nicht ausreichend ausgebildet seien. In alten Schleusen, die weiterhin in Betrieb sind, werden Schiffe an beiden Seiten mit mächtigen Treidellokomotiven verbunden, die sie in der Mitte des Kanals halten. In den neuen Schleusen fällt diese Aufgabe den Schlepperbooten zu, eines ist am Bug des Schiffes festgemacht, das andere am Heck.

Vor allem anfangs hat man Frachter und Boote manchmal absichtlich an die Seitenbarrieren stoßen lassen, damit sie auf eine Linie kommen. Dass geschieht jetzt etwas seltener, aber die beschädigten Puffer zeigen, dass nicht alle Passagen reibungslos verlaufen. „Die Ängste und Sorgen bleiben, auch wenn die Fahrzeuge durchkommen“, sagt Perez. „Während des gesamten Manövers gibt es kritische Augenblicke.“

Ein delikates Manöver
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